Die Technische Universität Berlin (TU Berlin) steht an der Spitze einer bedeutenden Initiative für die Open-Access-Transformation in Deutschland. Ab Mai 2025 wird die TU Berlin mithilfe des Verlags BerlinUP aktiv am Aufbau der nationalen Servicestelle für Diamond Open Access (SeDOA) beteiligt sein. Diese Initiative wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und zielt darauf ab, ein zentrales System für den Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu schaffen, das ohne finanzielle Barrieren genutzt werden kann. Laut TU Berlin soll SeDOA als Plattform für Forschende, Herausgeber*innen und Institutionen fungieren, um eine nachhaltige Publikationskultur zu entwickeln und bestehende dezentrale Open-Access-Dienste besser zu vernetzen.
Die Bedeutung des Projekts wird klarer, wenn man die Zusammensetzung des Konsortiums von insgesamt 15 wissenschaftlichen Institutionen betrachtet. Dies umfasst nicht nur die TU Berlin, sondern auch die Universitätsbibliotheken der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin, sowie die Medizinische Bibliothek der Charité – Universitätsmedizin Berlin und viele weitere. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend für die Optimierung der bestehenden Open-Access-Infrastrukturen und die Entwicklung innovativer Publikationsmöglichkeiten. Jürgen Christof, Direktor der Universitätsbibliothek der TU Berlin, hebt hervor, wie wichtig Diamond Open Access für eine faire und nachhaltige Wissenschaftskommunikation ist.
Die Ziele von SeDOA
Ein zentrales Ziel von SeDOA ist die Etablierung eines „Diamond Capacity Centre“, das auch europäisch vernetzt sein soll. Dies wird durch Maßnahmen wie Bedarfsanalysen, die Bereitstellung von Informationsmaterial und die Organisation von Schulungen und Workshops erreicht. Darüber hinaus ist die Steigerung der Effizienz des Diamond Open Access Publizierens in Deutschland ein erklärter Schwerpunkt. Laut diamond-open-access.de soll die Sichtbarkeit und Nutzung existierender Publikationsinfrastrukturen gefördert sowie innovative Angebote entwickelt werden.
Das Konsortium hinter SeDOA besteht unter anderem aus der Universitätsbibliothek Bielefeld, der Max-Weber-Stiftung Bonn, der Universitätsbibliothek Braunschweig und der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Die AG Universitätsverlage ist ebenfalls direkt eingebunden, was die Relevanz des Projekts für verschiedene Fachrichtungen unterstreicht. Geplant ist unter anderem eine Rechtsberatung und die Erstellung von Rechtsgutachten, um Forschenden und Institutionen umfassende Unterstützung zu bieten.
Internationale Vernetzung und Innovation
Das Diamond Open Access Modell wird in Deutschland durch SeDOA gestärkt und soll Teil eines europäischen Netzwerks werden, was die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaftskommunikation fördert. Die an SeDOA beteiligten Institutionen werden effizient miteinander kommunizieren, um die Bedingungen für das Publizieren von Forschungsergebnissen zu verbessern. Die TU Berlin bringt hierbei ihre Expertise im Bereich Open-Access-Publikationen ein und trägt zur Anpassung an fachspezifische Publikationskulturen bei.
Das SeDOA-Projekt geht mit wichtigen Maßnahmen einher, die die Datenbasis verbessern und innovative Konzepte im SeDOA Innovation Lab (SIL) umsetzen sollen. Es wird darauf abgezielt, das Nutzererlebnis zu optimieren und die Möglichkeiten für Forschende weiter zu erhöhen. Diese Verbesserung der Infrastruktur bringt nicht nur Vorteile für die Publikationsfreiheit, sondern könnte auch die Sichtbarkeit der Forschungsarbeiten erheblich steigern.
Der offizielle Starttermin für SeDOA ist der 1. Mai 2025, und bereits jetzt können Interessierte über die Kontaktadresse kontakt@diamond-open-access.de mehr Informationen anfordern. Zudem ist eine neue Website in Vorbereitung, die detaillierte Informationen zu den Angeboten und Zielen von SeDOA bereitstellen wird.
Laut den Informationen auf dfg.de soll die Open-Access-Transformation durch SeDOA entscheidende Impulse für die Wissenschaftsdateninfrastruktur in Deutschland geben. Mit diesen Maßnahmen wird ein weiterer Schritt in Richtung einer offenen und zugänglichen Wissenschaftskommunikation unternommen.