Im Bundeskanzleramt in Berlin fand am 11. März 2026 ein Expertentreffen zum Modellvorhaben „Deutschland lernt Schwimmen“ statt. Dieses Vorhaben hat sich zum Ziel gesetzt, die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Die Veranstaltung brachte eine Vielzahl von Fachleuten aus Sport, Wissenschaft, Verbänden und Politik zusammen, um über innovative Ansätze und Maßnahmen zur Unterstützung dieser wichtigen Initiative zu beraten. Die Deutsche Sporthochschule Köln war unter Leitung von Dr. Ilka Staub und Prof. Tobias Vogt mit Teilnehmern vertreten, die sportwissenschaftliche Expertise zur Verfügung stellen werden, um die Projektziele zu erreichen.

Ein zentraler Aspekt des Programms ist die Stärkung der Schwimmkompetenz, insbesondere in sozial benachteiligten Regionen und dort, wo die Bäderinfrastruktur eingeschränkt ist. Mit Fördermitteln von bis zu fünf Millionen Euro für 2026 und ähnlicher Unterstützung für die folgenden drei Jahre zeigt sich ein starkes Engagement der beteiligten Institutionen, darunter die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und der Deutsche Schwimmverband.

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Schwimmfähigkeit in Zahlen

Doch wie steht es aktuell um die Schwimmfähigkeit unserer Kinder? Eine Analyse der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zeigt, dass 57 Prozent der Kinder von ihren Eltern als sichere Schwimmer eingestuft werden, was einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2017 darstellt. Besonders auffällig ist, dass der Anteil unsicherer Schwimmer gesenkt werden konnte – von 31 auf 23 Prozent. Der sichere Umgang mit Wasser scheint sich zu verbessern, doch eine Betrachtung der Daten zeigt, dass dies oft nicht die Realität widerspiegelt.

Eltern schätzen die Schwimmfähigkeit ihrer Kinder häufig zu hoch ein. So weisen 21 Prozent der Kinder, die von ihren Eltern als sicher oder unsicher eingestuft werden, kein Schwimmabzeichen auf. Zudem wird laut DLRG geschätzt, dass 58 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule keine sicheren Schwimmer sind. Hier ist Handlungsbedarf gegeben.

Die Herausforderung der Bäderinfrastruktur

Der Sanierungsstau bei Schwimmbädern in Deutschland beläuft sich mittlerweile auf etwa 12 Milliarden Euro. In den letzten Jahren haben viele Einrichtungen geschlossen, was die Lernsituation zusätzlich verschärft. Die Pandemie hat zudem zu einem Ausbildungsstau geführt, bei dem Kinder bis zu drei Jahre auf Schwimmausbildung warten müssen.

Um dieser kritischen Lage entgegenzuwirken, fordern Verbände und Fachleute ein unbürokratisches Investitionsprogramm zur Sanierung und zum Neubau von Schwimmbädern. Auch die Einbeziehung von Vereinen und Verbänden in die Planungen ist von großer Bedeutung. Und damit Schwimmen für alle zugänglich bleibt, sollen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre kostenfreien oder stark vergünstigten Zugang zu Schwimmbädern erhalten.

Eine gesunde Zukunft für unsere Kinder

Schwimmen ist nicht nur eine lebensrettende Fähigkeit, sondern fördert auch Gesundheit, soziale Kontakte und hilft, Problemen wie Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken. Es ist ein Kulturgut, das das soziale Miteinander stärkt und einen wichtigen Platz im Freizeitangebot einnimmt. Die Zukunft der Schwimmausbildung in Deutschland liegt in den Händen von engagierten Fachleuten und einem starken Netzwerk, das sich für die Verbesserung der Bedingungen starkmacht. Hier müssen wir gemeinsam anpacken, um die bestmöglichen Voraussetzungen für unsere Kinder zu schaffen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Expertentreffen im Bundeskanzleramt entscheidende Impulse gegeben hat, um die Schwimmfähigkeit in Deutschland nachhaltig zu fördern. Wir hoffen, dass die geplanten Maßnahmen zügig in die Tat umgesetzt werden, um so das Wasser für die nächste Generation zugänglicher und sicherer zu machen.