Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) gibt einen wichtigen Schritt zur Stärkung der niedersorbischen Sprache bekannt. Ab dem Wintersemester 2026 startet am Campus Senftenberg/Zły Komorow ein Bachelorstudiengang für das Lehramt Primarstufe mit dem Zweitfach Sorbisch/Wendisch. Dies ist die erste grundständige Ausbildung für Grundschullehrkräfte in Brandenburg, die sich auf dieses Fach konzentriert. In Zusammenarbeit mit dem Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden (RASW) sowie dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur wurde dieser Schritt initiiert. b-tu.de berichtet, dass das Angebot ein Ausdruck des Selbstverständnisses der BTU in einer zweisprachigen Region ist.

Der Bedarf an Lehrkräften für das Fach Sorbisch/Wendisch ist unbestreitbar, da die niedersorbische Sprache als vom Aussterben bedroht gilt und folglich in Schulen unterrichtet werden muss. Oberbürgermeister Tobias Schick von Cottbus bezeichnete die Einführung des Studiengangs als bedeutenden Schritt für die Region und die Erhaltung der niedersorbischen Sprache. Mit einem monatlichen Stipendium von 500 Euro für die nächsten fünf Jahre unterstützt die Stadt Cottbus zudem Lehramtsstudierende, die sich verpflichten, nach ihrem Abschluss mindestens fünf Jahre in Cottbus zu arbeiten. niederlausitz-aktuell.de berichtet, dass Bewerbungen für dieses Stipendium bald möglich sein werden.

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Breites Ausbildungsangebot

Die BTU bietet in ihrem neuen Studiengang verschiedene Fächerkombinationen an, darunter Mathematik – Sorbisch/Wendisch oder Deutsch – Sorbisch/Wendisch. Mit jährlich geplanten zwölf Studienplätzen ist das Angebot auf zwei Kombinationen ausgelegt, bei denen jeweils sechs Plätze pro Kombination zur Verfügung stehen. Studierende, die sich für diesen Studiengang interessieren, sollten idealerweise über Niedersorbisch-Kenntnisse auf Niveau B1 verfügen. Für Neusprecher soll es ab 2026 Brückenkurse und Propädeutika geben, um den Zugang zu erleichtern. Bewerbungen sind ab dem 27. April 2026 möglich, was allen Interessierten die Gelegenheit bietet, Teil dieser wichtigen Bildungsinitiative zu werden.

Die Planung und Umsetzung des Studienangebots beinhaltet die enge Zusammenarbeit mit dem Sorbischen Institut sowie der Universität Leipzig, die weiterhin Sorabistik und die Ausbildung für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen anbietet. Die WITAJ-Schulen und Schulen mit Sorbisch/Wendisch-Fremdsprachenangebot werden die schulische Praxis des Studiums sichern, was bedeutet, dass Theorie und Praxis Hand in Hand gehen.

Kulturelle Bedeutung stärken

Neben der Lehramtsausbildung ist die Förderung der sorbischen und wendischen Kultur insgesamt von großer Bedeutung. Die Sorben/Wenden, die seit über 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig sind, haben ihre Sprache und Kultur trotz Assimilierungsversuchen bewahrt. Der Schutz der niedersorbischen Sprache ist in der Landesverfassung Brandenburgs verankert, die diese als anerkannte Minderheitensprache respektiert. Um die Stiftung für das sorbische Volk zu stärken, hat das Land Brandenburg für dieses Jahr etwa 4,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. bildungsserver.berlin-brandenburg.de befasst sich mit der langfristigen Entwicklung und Unterstützung dieser Kultur.

Insgesamt zeigt sich, dass die Einführung des neuen Studiengangs nicht nur eine akademische Innovation darstellt, sondern auch ein starkes Signal für den Erhalt und die Förderung der sorbischen Sprache und Kultur in Brandenburg setzt. Die regionalen Akteure, darunter Kommunen und Bildungseinrichtungen, arbeiten eng zusammen, um die kulturelle Vielfalt zu unterstützen und den zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu geben, diese wertvolle Sprache aktiv zu erlernen und weiterzugeben.