Die Rückkehr in den Sport nach einer vorderen Kreuzbandrekonstruktion (ACLR) ist ein zentrales Thema für viele Athleten und auch für die Wissenschaft. Anlässlich der Abschlussvorlesung von Dr. Robert Prill am 26. Februar 2026 in Brandenburg an der Havel, bei der es um die Verbindung zwischen evidenzbasierter Forschung und klinischer Praxis ging, wird deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit in der Forschung ist. Ein bilaterales Forschungsprojekt, das im Rahmen des DAAD-Programms „Projektbezogener Personenaustausch (PPP)“ von 2024 bis 2025 erfolgreich umgesetzt wurde, hat sich intensiv mit der Thematik beschäftigt. Die medizinische Hochschule Brandenburg und die Medizinische Universität Breslau waren hierbei die Kooperationspartner.
Geführt von Dr. Robert Prill und Prof. Dr. Aleksandra Królikowska, hat das Projekt das Ziel, wissenschaftliche Entscheidungsstrategien zur Rückkehr in den Sport nach ACLR zu optimieren. Laut MHB Fontane bringt das Projekt über 30 Wissenschaftler, Nachwuchsforscher und Kliniker zusammen und ermöglicht einen internationalen Austausch, der nicht nur die Wissenschaft stärkt, sondern auch die Perspektiven für zukünftige Forschungsinitiativen erweitert.
Aktuelle Trends in der Rehabilitation
In den USA gibt es jährlich etwa 120.000 ACLR-Eingriffe, und der Verlauf der einzelnen Rehabilitationsprozesse ist äußerst variabel. Die neuesten Trends in der ACL-Rehabilitation betonen individuelle und beschleunigte Protokolle, die auf den spezifischen Bedürfnissen der Patienten basieren. Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass frühzeitige Belastungen, neuromuskuläre elektrische Stimulation und Übungen zur Muskelaktivierung zunehmend in den Fokus rücken. Dabei wählt man auch einen holistischen Ansatz, der psychosoziale Faktoren berücksichtigt, da diese einen erheblichen Einfluss auf die Rückkehr in den Sport haben.
Ein zentrales Ziel dieser Rehabilitation ist es, Verletzungsrisiken zu minimieren, insbesondere bei Frauen, die häufig von Reinjektionen betroffen sind. Der Panther Symposium ACL Injury Return to Sport Consensus Group hat ein kriteriumgestütztes Verfahren empfohlen, das die individuellen Fortschritte der Patienten bei der Rückkehr in den Sport berücksichtigt.
Ergebnisse und Herausforderungen
Ein SPESSIAL für die Operationsteams: Laut einer Studie unter AGA-zertifizierten Instruktoren geben 96,5 % der Befragten an, dass sie eine Vollbelastung nach vier Wochen oder früher erlauben. Dabei gibt es jedoch signifikante Unterschiede in den Empfehlungen und Protokollen, die sich aus den Erfahrungen erfahrener Chirurgen ergeben. Viele der gängigen Empfehlungen sind nicht evidenzbasiert und könnten optimiert werden.
Das bilaterale Forschungsprojekt hat neben der Verbesserung evidenzbasierter Entscheidungsstrategien auch die Nachwuchsförderung in den Fokus gerückt. So wurden mehrere kooperative Promotionsprojekte ins Leben gerufen, während die an dem Projekt beteiligten Institutionen ihr Netzwerk durch internationale Partner aus Tschechien, Australien und weiteren Ländern erweitern konnten. Diese Vielfalt an Sichtweisen und Erfahrungen schafft eine wertvolle Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Forschung.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Projekt in vielen Bereichen über die ursprünglichen Ziele hinausgekommen ist und die internationale Sichtbarkeit sowie die Qualität der Forschung im Bereich Sportorthopädie und Rehabilitation gestärkt hat. Diese Zusammenarbeit wird grundlegende Auswirkungen auf die zukünftige Behandlung und Rehabilitation von ACL-Verletzungen haben.