In Cottbus bereiten sich lokale Initiativen und überregionale Gäste auf einen ganz besonderen Tag vor: Am 8. März 2026, dem Internationalen Frauentag, wird der feministische Radiotag an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) stattfinden. Organisiert von Prof. Dr. Stefanie Kiwi Menrath, wird das Programm nicht nur lokale Stimmen aus der Lausitz, sondern auch spannende Gespräche mit Forschern aus Berlin umfassen, die sich mit Sound Systems und deren Wissenspraktiken auseinandersetzen. Dies ist mehr als nur eine Veranstaltung – es ist ein Raum für Teilhabe und Selbstermächtigung, wie die Projektkoordinatorin Johanna Tirnthal betont.

Aktivitäten sind bereits im vollen Gange und beinhalten Interviews mit verschiedenen feministischen Projekten aus der Region. Hier bietet das sternchen.fm eine Plattform, wo Informationen, Austausch und Musik miteinander verschmelzen. Alle Besucher sind herzlich eingeladen, zwischen 12 und 24 Uhr im Projektraum und Radiostudio in der Burgstraße 22 vorbeizuschauen. Ein Highlight wird der Showcase Cottbusser FLINTA*-DJs sein, bei dem das Radiostudio zum vibrierenden Clubraum wird, der von 18 Uhr bis Mitternacht Live-DJ-Sets bietet.

Feminismus im Wandel

Aber was bedeutet dieser feministische Radiotag im Kontext der aktuellen feministischen Bewegungen? Seit den 1980er Jahren haben westdeutsche Frauenbewegungen die Diskriminierungserfahrungen von Frauen in den Vordergrund gerückt. Die Stimme derjenigen, die zuvor oft ignoriert wurde, wird immer lauter – besonders von Migrant*innen, jüdischen Frauen*, Romnja* und Sintezze sowie Schwarzen Frauen. Diese Stimmen stellen die Eurozentrik des weißen Feminismus infrage und betonen, dass unterschiedliche Diskriminierungsformen wie Rassismus und Sexismus Hand in Hand gehen, wie das Digitale Deutsche Frauenarchiv beschreibt.

Im Rahmen der queerfeministischen Bewegung, die in den 1990er Jahren stark an Einfluss gewann, wird auf die Bedeutung von Sichtbarkeit und Identität hingewiesen. Dies geschieht nicht mehr nur über eine binäre Geschlechteransicht, sondern erkennt an, dass Geschlecht und Identität vielschichtig sind. Der Begriff der Intersektionalität, geprägt von Kimberlé Crenshaw, ist ein zentraler Bestandteil der Diskussion: Er verdeutlicht, dass Diskriminierungen nicht isoliert betrachtet werden können, sondern sich überlappen.

Gemeinsam stark

Vor diesem Hintergrund ist die Veranstaltung am 8. März nicht allein ein Feiern der Errungenschaften, sondern auch ein Aufruf zur Reflexion und zum Dialog. Die Verbindung von verschiedenen feministischen Bewegungen und die Sichtbarmachung marginalisierter Identitäten sind essenziell für die Entwicklung einer neuen feministischen Landschaft. Der Einsatz für die Rechte aller, einschließlich queer*, trans*- und intergeschlechtlicher Menschen, verdeutlicht, dass es in der heutigen Zeit unabdingbar ist, auch die Stimme dieser Gruppen einzubeziehen. So wird der feministische Radiotag nicht nur ein Event, sondern ein Schritt in Richtung einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft.

Die Veranstaltung wird landesweit in Brandenburg über den DAB+-Kanal Radiokombinat Brandenburg und weltweit im Webstream auf sternchen.fm übertragen. Der feministische Radiotag ist somit ein Dialog für alle, die sich für Gleichheit und Wandel einsetzen.