Am 17. März 2026 erblickte das Buch „Regionale und kommunale Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzraum. Herausforderungen und Dynamiken grenzüberschreitender Kooperation am Beispiel von Brandenburg-Lubuskie“ das Licht der Welt. Herausgegeben von Peter Ulrich und Martin Reents, bietet das Werk einen tiefen Einblick in die vielseitigen Aspekte der Zusammenarbeit zwischen den Regionen Brandenburg und der polnischen Woiwodschaft Lubuskie seit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Die Untersuchung thematisiert nicht nur die Herausforderungen, sondern beleuchtet auch die Dynamiken, die die grenzüberschreitende Kooperation prägen. Empirische Daten, die durch qualitative Interviews auf verschiedenen Verwaltungsebenen gewonnen wurden, machen das Buch besonders praxisnah und aktuell.
Interkulturelle Herausforderungen werden ebenfalls thematisiert. So geht es in den Beiträgen um die Auswirkungen der Corona-Pandemie, Grenzschließungen und Umweltprobleme wie das Fischsterben in der Oder. Der Sammelband wird im Open Access-Format im Universitätsverlag Potsdam veröffentlicht, um sicherzustellen, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Zielgruppe umfasst Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor sowie Wissenschaftler und Studierende, die sich für die deutsch-polnischen Themen interessieren.
Ein wichtiger Kooperationspartner
Europaminister Robert Crumbach hat kürzlich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Lubuskie hervorgehoben. Bei einer Konferenz in Zielona Góra, die das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft feierte, legte Crumbach ein klares Bekenntnis zur grenzüberschreitenden Kooperation ab. Diese Zusammenarbeit bleibt ein Motor für Integration und wirtschaftliche Entwicklung, wie auch kulturelle Austauschprojekte belegen. Die Durchführung solcher Veranstaltungen illustriert die lebendige Beziehung zwischen Brandenburg und Lubuskie.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden auch diverse grenzüberschreitende Projekte vorgestellt. Dazu zählen der Ausbau des Tourismus entlang der historischen Route Via Marchionis sowie Initiativen zum Schutz des Natur- und Kulturerbes im UNESCO Geopark Muskauer Faltenbogen. Besonders bemerkenswert ist die gemeinsame medizinische Versorgung, die durch das Naëmi-Wilke-Stift in Guben ermöglicht wird. Solche Projekte verdeutlichen, wie eng die Partnerregionen in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten.
Ein starkes Fundament
Die deutsch-polnischen Beziehungen sind seit 1989 auf der Grundlage des nachbarschaftlichen Vertrages von 1991 stetig gewachsen. Sie profitieren von einer soliden Basis, die auf der intensiven Partnerschaft in der EU und NATO beruht. Im Rahmen des Weimarer Dreiecks, zu dem neben Deutschland und Polen auch Frankreich gehört, finden zahlreiche hochrangige politische Kontakte statt. Diese Dynamik wird durch regelmäßige Regierungskonsultationen und den Dialog über regionale und grenznahe Zusammenarbeit unterstützt.
Im überwältigen Maße zeigt sich die enge Verbindung zwischen den beiden Ländern auch in den über 500 Städtepartnerschaften, die dazu beitragen, die kulturellen und zivilgesellschaftlichen Beziehungen zu stärken. Diese sind wichtig, um das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Von großem Wert ist auch der grenzüberschreitende Jugendaustausch, der durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk gefördert wird und bei dem Millionen junger Menschen beteiligt sind.
Die Initiativen in Brandenburg und Lubuskie zeigen, dass in der Region ein starkes Potenzial herrscht, das weiter gefördert werden sollte. Die Veröffentlichung des Buches sowie die laufende Zusammenarbeit sind Schlüsselfaktoren auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Partnerschaft, die beide Seiten langfristig profitieren lässt. Über die europäischen Förderprogramme, wie das INTERREG-Programm, wird zudem die notwendige finanzielle Unterstützung bereitgestellt, um diese Projekte und die Partnerschaft weiter voranzutreiben.



