Am 19. März 2026 findet ein bedeutender Fachtag zur inklusiven Schulentwicklung in Potsdam statt. Organisiert vom Zentrum für Empirische Inklusionsforschung der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit dem brandenburgischen Verband Sonderpädagogik e.V., wird dieser Tag unter dem Motto der Chancengleichheit für alle Schüler*innen stehen. Dabei wird das Ziel verfolgt, Bildungschancen unabhängig von Herkunft und Voraussetzungen zu garantieren, was auch einen Schlüssel zur gesellschaftlichen Integration darstellt.
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Der Fachtag wird in der Wissenschaftsetage des Bildungsforums, Am Kanal 47, 14467 Potsdam, stattfinden. Geplant sind verschiedene Vorträge und Workshops, die sich intensiv mit den Herausforderungen und Lösungsansätzen der inklusiven Bildung beschäftigen. Besonders angepeilt werden dabei Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen: Forschende, Referendare, Lehrkräfte sowie Expert*innen aus der Kinder- und Jugendhilfe sind ausdrücklich eingeladen, um ihre Perspektiven und Erfahrungen einzubringen.
Impulse und Projekte für eine inklusive Schule
Ein Highlight des Programms wird der Eröffnungsimpulsvortrag von Dr. Julian von Oppen (kobra.net) sein. Er wird sich mit den multiprofessionellen Steuerungsaufgaben in der inklusiven Schulentwicklung auseinandersetzen – ein Thema, das immer mehr an Relevanz gewinnt. Ebenso werden Projekte wie „LG+“ vorgestellt, das Schulen und Jugendhilfe zusammenbringt, um Kinder mit sozial-emotionalen Entwicklungsverzögerungen besser zu unterstützen.
Darüber hinaus werden Christina Schneider vom Landesinstitut Brandenburg und Sandra Engels vom Bildungsministerium das Netzwerk „DenkInklusiv“ für berufsbildende Schulen präsentieren. Auch die Erfahrungen von Schulleiter Michael Bagola zur inklusiven Berufsausbildung werden thematisiert. Dr. Kathrin Kahmann wird zudem das systemische Lerncoaching zur Inklusion und der Reduzierung von Vertragsabbrüchen erläutern. Ein weiterer spannender Programmpunkt ist der Beitrag von Kerstin Paul, die über theoretisch-praktisch-inklusive Lernarrangements referieren wird.
Pädagogische Herausforderungen und gesetzliche Grundlagen
Die inklusive Bildung wird in Deutschland seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 als menschenrechtlicher und demokratischer Anspruch betrachtet. Dieser Anspruch fordert ein inklusives Bildungssystem, in dem alle Kinder, mit oder ohne Behinderungen, wohnortnah beschult werden können. Trotzdem zeigt die Realität, dass mehr als die Hälfte der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Schuljahr 2023/24 an Förderschulen unterrichtet wird. Dies widerspricht dem inklusiven Anspruch und wirft Fragen auf.
Laut bpb.de blieb Deutschland von einem tatsächlichen inklusiven Schulsystem weit entfernt, was durch statische Exklusionsquoten und steigende Zahlen von Schüler*innen mit Förderbedarf an Förderschulen belegt wird.
Ein zentraler Aspekt der Forschungs- und Förderstrategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist die Entwicklung barrierearmer Lernumgebungen und gemeinschaftlicher Lehr-Lernprozesse, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht werden. Die seit 2017 laufenden Forschungsprojekte setzen auf empirisch erprobte Ansätze, um nachhaltige Transferformen für inklusive Bildung zu gestalten. Ziel ist es, allen Lernenden Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu bieten und diesen durch verschiedene Unterstützungsmaßnahmen zu erleichtern.
Der Fachtag in Potsdam und die damit verbundenen Initiativen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Herausforderungen der inklusiven Bildung zu adressieren und neue Impulse für deren Weiterentwicklung zu setzen. Für eine umfassende Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, die auf der Webseite der Universität Potsdam vorgenommen werden kann.