Am 15. April 2026 öffnet die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ihre Türen für eine spannende Diskussion über den Wert von Arbeit. Kevin Kühnert, der frühere Generalsekretär der SPD, wird unter dem Titel „Was ist Arbeit wert? Zwischen Plattformökonomie, Finanzmärkten und gesellschaftlichen Umbrüchen“ mit Prof. Dr. Jana Costas, einer expertin für Betriebswirtschaftslehre, ins Gespräch kommen. Die Moderation übernimmt Mads Pankow, ein bekannter Publizist und Politikberater, der sich mit technischen und gesellschaftlichen Fragestellungen beschäftigt. Die Veranstaltung beginnt um 16:00 Uhr und wird simultan ins Englische übersetzt, so dass ein breiteres Publikum angesprochen werden kann. Prof. Dr. Eduard Mühle, Präsident der Viadrina, wird die Teilnehmer mit einer Begrüßung willkommen heißen und es wird ein Grußwort von Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, geben.

Kevin Kühnert, der zwischen 2017 und 2021 Vorsitzender der SPD-Jugendorganisation Jusos war und bis 2025 im Deutschen Bundestag saß, zieht sich zwar aus der aktiven Politik zurück, bleibt jedoch ein einflussreicher Diskussionspartner in gesellschaftlich relevanten Themen. Prof. Dr. Jana Costas forscht eingehend zu den Bedeutungen und dem Erleben von Arbeit. Ihr Buch „Im Minusbereich. Reinigungskräfte und ihr Kampf um Würde“ hat vielerorts Anerkennung gefunden.

Plattformökonomie im Fokus

Die Diskussion über den Wert der Arbeit kann nicht ohne die wachsende Bedeutung der Plattformökonomie geführt werden. Digitale Plattformen, die Tätigkeiten und Dienstleistungen vermitteln, sind zu einem wichtigen Teil des Arbeitsmarktes geworden. Sie bieten sowohl online als auch offline verschiedene Dienstleistungen an, von Text- und Designaufträgen bis hin zu Fahr- und Lieferdiensten. Laut den Erkenntnissen der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft, die sich mit der Thematik befasst, ist die Plattformökonomie ein zentraler Motor der digitalen Transformation. Ziel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) ist es, faire Arbeitsbedingungen in diesem Bereich zu gewährleisten und die Chancen der Digitalisierung mit bewährtem Schutzrecht zu verbinden.

Im Rahmen dieser Bestrebungen wurde im November 2020 eine Reihe von Eckpunkten veröffentlicht, die darauf abzielen, Solo-Selbständigen den Zugang zu arbeits- und sozialrechtlichen Schutzmechanismen zu ermöglichen. Die Diskussion zur Plattformarbeit wird dabei auch auf europäischer Ebene vorangetrieben, vor allem um ein „level-playing-field“ zu schaffen, das für alle Unternehmen gleichermaßen gilt.

Die Herausforderungen der Digitalisierung

In der Plattformökonomie genießen Arbeitnehmer die Flexibilität, ihre Arbeitszeiten und -orte selbst zu gestalten, was einige als Vorteil der digitalen Arbeitswelt betrachten. Gleichzeitig wirft diese Form der Beschäftigung Fragen zur sozialen Sicherheit und den Arbeitsbedingungen auf. Forschungsprojekte wie das „Fairwork Projekt“ unter der Leitung von Professor Mark Graham von der University of Oxford untersuchen diese Herausforderungen und setzen sich für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in digitalen Plattformen ein.

Das BMAS begleitet die Entwicklungen in der Plattformwirtschaft genau und hat in einem Positionspapier Gestaltungsansätze für den deutschen und europäischen Raum formuliert. Mit diesen Initiativen wollen sie eine sozial gerechte und nachhaltige Gestaltung des digitalen Wandels erreichen.

Nach der Diskussion mit Kühnert und Costas findet um 17:30 Uhr die feierliche Eröffnung des neuen Viadrina Coworking Space statt, der als kreativer Raum gedacht ist, um neue Ideen und Arbeitsformen zu fördern. Die Viadrina Debate bietet somit nicht nur einen tiefen Einblick in die aktuellen Herausforderungen des Arbeitsmarktes, sondern schafft auch Raum für neue Arbeitskonzepte.

Für weitere Informationen und Details zur Veranstaltung besuchen Sie bitte die Webseite der Europa-Universität Viadrina und erfahren Sie mehr über die Plattformökonomie sowie die gestaltenden Ansätze aus der Denkfabrik des BMAS.