Am 9. Juli 2025 war ein denkwürdiger Tag für die BTU Cottbus-Senftenberg: Der 50. FrauenOrt im Gedenken an Bilillee Machbuba wurde feierlich eingeweiht. In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Patricia Vester und FrauenOrte Brandenburg entstand nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Film und ein Hörspaziergang, die Bilillees Geschichte ins Rampenlicht rücken. Die Einweihung war ein wichtiger Schritt, um Bilillees Rolle in der Brandenburgischen Erinnerungskultur sichtbar zu machen und erntete viel Zuspruch.

Bilillee Machbuba, die um 1825 in Abessinien (heutiges Äthiopien) geboren wurde, ist symbolisch für die Geschichten Schwarzer Menschen, die oft in der europäischen Erinnerungskultur unterrepräsentiert bleiben. Sie war Teil der Oromo-Community, erlitt jedoch im jungen Alter den Verlust ihrer Eltern und wurde versklavt. Im Jahr 1837 wurde sie schließlich von Herrmann von Pückler-Muskau gekauft und begleitete ihn auf einer dreijährigen Reise, die sie durch Ägypten, Österreich und nach Muskau führte. Während dieser Zeit erlangte sie Fähigkeiten in Sprache und Buchhaltung – ein tragisches Beispiel für die komplexe Geschichte von Sklaverei und Macht.

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Kreative Erinnerungsarbeit

Der neue Hörspaziergang, der den Titel „Auf den Spuren von Bilillee“ trägt, bietet den Teilnehmenden eine Möglichkeit, in die Perspektive Bilillees einzutauchen und sich mit zentralen Fragen ihrer Lebensgeschichte auseinanderzusetzen. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Spaziergang durch Interviews mit Personen wie Abnet Mengesha Bekele und durch ein Gedicht von Patricia Vester, die beide wertvolle Einblicke gewähren. Laut b-tu.de wurde die Produktion des Hörspaziergangs von studio lärm realisiert.

Zusätzlich wurde ein zehnminütiger Film gedreht, der die Einweihungsfeier und eine lebhafte Podiumsdiskussion festhält. Diese Diskussion brachte verschiedene Akteur*innen aus der Region zusammen und beleuchtete Themen wie die persönliche und politische Bedeutung von Bilillee sowie die Notwendigkeit einer Schwarzen Erinnerungskultur. Redner*innen wie Prof. Dr. Gesine Grande und Dr. Gabriela Willbold sprachen über historische Ungerechtigkeiten, Rassismus und koloniale Strukturen, die noch immer Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.

Schwarze Geschichten in der Erinnerungskultur

Die Auseinandersetzung mit den Geschichten Schwarzer Menschen ist notwendig, um die eigene Geschichte in einem breiteren Kontext zu betrachten. In Deutschland leben über eine Million Menschen afrikanischer Abstammung, die seit Jahrhunderten Teil dieser Gesellschaft sind. Dennoch werden Verbrechen wie Versklavung und die Auswirkungen des Kolonialismus oft nicht ausreichend in der Erinnerungskultur behandelt. Laut frameorial.de sind diese Geschichten innerhalb der deutschen Erinnerungskultur stark unterrepräsentiert. Die Notwendigkeit für mehr Sichtbarkeit und Anerkennung wird immer dringlicher.

Der FrauenOrt Bilillee Machbuba in Cottbus dient also nicht nur als Denkmal für eine einzelne Biografie, sondern als Einladung für alle, sich mit der vielschichtigen Geschichte und der potenziellen Rolle Schwarzer Menschen in der deutschen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Es ist klar: Die Erinnerung an Bilillee und an alle, die ähnliche Schicksale erlitten haben, ist von großer Bedeutung für das Verständnis und die Aufarbeitung vergangener und gegenwärtiger Ungerechtigkeiten.

Für nähere Informationen zu Bilillee, dem Hörspaziergang und dem Film ist es sinnvoll, die FrauenOrte-Seite sowie die Webseiten der BTU zu besuchen. Hier finden sich wertvolle Materialien zur Erinnerungskultur und zum Beitrag, den Bilillee Machbuba zur Geschichte leisten kann.