Am 17. März 2026 wurde das Innovationszentrum für Agrarsystemtransformation (IAT) im Futurium in Berlin feierlich eröffnet. Dieses einzigartige Zentrum ist das Ergebnis eines Zusammenschlusses renommierter Institutionen, darunter das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), die Universität Kassel, die Justus-Liebig-Universität Gießen sowie die Hochschule Geisenheim. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, innovative Lösungen für die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft und der Ernährungssysteme zu entwickeln. Rund 250 Gäste aus Politik, Landwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft fanden sich zur Eröffnungsfeier ein und trugen zur festlichen Atmosphäre bei.

Das IAT wird als strategische Erweiterung des ZALF gesehen und zielt darauf ab, nachhaltige Lösungen für Agrarlandschaften zu erarbeiten, insbesondere durch Forschung in sogenannten Reallaboren. Diese fünf Reallabore, die sich in Brandenburg und Hessen befinden, werden sich mit verschiedenen lokalen Themen der Landnutzung und Wertschöpfung auseinandersetzen, wie etwa dem Mischfruchtanbau in Brandenburg oder dem zukunftsträchtigen Weinbau in Hessen, wie auch ZALF berichtet.

Forschung für die Zukunft

Die Reallabore fungieren als dauerhafte Kooperations- und Experimentierräume, die es landwirtschaftlichen Betrieben, Kommunen sowie der Zivilgesellschaft ermöglichen, aktiv an Forschung und Entwicklung teilzunehmen. Prof. Dr. Michael Wachendorf von der Universität Kassel hob in seiner Ansprache die Notwendigkeit einer langfristigen Finanzierung hervor, die es erlaubt, gewonnene Erkenntnisse nachhaltig in die Praxis umzusetzen. Diese langfristige Planung wird durch die Bereitstellung von 7,2 Millionen Euro im Jahr 2026 und ab 2027 jährlich 9,5 Millionen Euro sichergestellt, wie die Universität Kassel informiert.

Zusätzlich wurde bekannt, dass am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel drei neue Sonderprofessuren eingerichtet werden: „Ökologischer Gemüsebau“, „Tiergebundene Mischkultursysteme“ und „Nachhaltiges Unternehmertum“. Diese Professuren sollen nicht nur Forschung im Rahmen des IAT betreiben, sondern auch Studierende an der Universität betreuen und die Inhalte des Reallabors „Nordhessische Lössebene“ entwickeln. In Zusammenarbeit mit Hessen wird ein Netzwerk von 15 Arbeitsgruppen formiert, die überwiegend durch gemeinsame Professuren geleitet werden.

Globale Herausforderungen anpacken

Die Eröffnung des IAT fällt in eine Zeit, in der die Landwirtschaft vor erheblichen Herausforderungen steht. Klimawandel, Ressourcenknappheit sowie eine abnehmende biologische Vielfalt machen neue Konzepte für die Lebensmittelproduktion notwendig. Diese Problematik wird auch im EU-finanzierten Projekt ALL-Ready aufgegriffen, welches ein Konzept für ein europäisches Netzwerk aus Reallaboren und Forschungsinfrastrukturen für die Agrarökologie entwickelt. Das Projekt verfolgt einen partizipativen Ansatz und strebt an, Akteure auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene zusammenzubringen, um die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaftssysteme weiter zu stärken, wie auf der Webseite Thünen-Institut nachzulesen ist.

Das IAT und die damit verbundenen Reallabore spiegeln also nicht nur den Wunsch wider, innovative Lösungen für die lokale Landwirtschaft zu finden, sondern auch die Bestrebungen der Wissenschaft und Politik, den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts entgegenzuwirken. Mit dieser Initiative wird ein neues Kapitel in der Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis aufgeschlagen, das gemeinsame Ansätze zur Schaffung nachhaltiger Agrar- und Ernährungssysteme befördert.