Flusshochwasser, Sturzfluten und schwere Dürreereignisse nehmen weltweit zu, und die Frage, wie der Klimawandel den Wasserkreislauf beeinflusst, wird immer drängender. Der Potsdamer Wasserforscher Professor Dr. Axel Bronstert ist seit über 20 Jahren in dieser Thematik aktiv und hat nun eine Anerkennung für seine herausragenden Leistungen erhalten. Am 5. März 2026 wurde ihm der Deutsche Hydrologiepreis 2026 von der Deutschen Hydrologischen Gesellschaft (DHG) verliehen. Dieser Preis würdigt nicht nur sein wissenschaftliches Engagement, sondern auch seine Bemühungen in der Lehre.
Bronstert, seit dem Jahr 2000 Professor für Hydrologie und Klimatologie an der Universität Potsdam, hat mit seiner Arbeitsgruppe innovative Methoden entwickelt, um die Auswirkungen von Klimaänderungen auf den Wasserhaushalt besser zu verstehen. Seine Forschungsgebiete reichen von Brandenburg über andere Regionen Deutschlands bis hin zu Europa und sogar Südamerika. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Abflussprozesse, Bodenerosion, Sedimentverlagerungen und auch hydrologische Extreme.
Klimawandel und Wasserverfügbarkeit
Der Klimawandel hat nicht nur globale Auswirkungen, sondern auch lokale Konsequenzen, die oftmals spürbar sind. Das Projekt des Umweltbundesamtes mit dem Namen „Auswirkung des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit – Anpassung an Trockenheit und Dürre in Deutschland“ (WADKlim) untersucht diese Veränderungen detailliert. Insbesondere wird analysiert, wie die Trockenheit die Wasserversorgung in Deutschland beeinflusst. Umweltbundesamt berichtet, dass die Untersuchung vor allem den Bodenwasserhaushalt, das Wasserdargebot sowie die Grundwasserverfügbarkeit in den Blick nimmt.
WÄrmer werdende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster wirken sich schon jetzt auf das Wasserdargebot aus, und es wird erwartet, dass in den Sommermonaten das erneuerbare Wasserdargebot abnimmt. Tatsächlich gab es in den heißen Sommern von 2018, 2019 und 2020 lokale Einschränkungen in der Wasserversorgung, die besonders die Landwirtschaft getroffen haben. Das Projekt WADKlim zielt nun darauf ab, aktuelle und zukünftige Wassernutzungskonflikte zu analysieren und Lösungen zu entwickeln, um solche Konflikte in Zukunft zu vermeiden.
Engagement für die Hydrologie
Bronstert betont die Bedeutung der Hydrologie für die Erhaltung von Wasserressourcen und unterstreicht, wie entscheidend gutes Wissen über Wassermanagement in Zeiten des Klimawandels ist. Die vielfältigen Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, fordern Wissenschaftler*innen wie ihn dazu auf, neue Lösungsansätze zu entwickeln. Seine engagierte Lehrtätigkeit und seine Führungsqualitäten sind nicht nur an der Universität Potsdam bekannt, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Seine Promotion absolvierte er 1994 an der Technischen Universität Karlsruhe und sammelte internationale Erfahrungen in Ländern wie Japan, Thailand und Australien.
Angesichts solch herausragender Beiträge zur Hydrologieforschung ist die Auszeichnung mit dem Deutschen Hydrologiepreis 2026 mehr als verdient und ein Zeichen dafür, wie wichtig die Auseinandersetzung mit unseren Wasserressourcen im aktuellen Klimakontext ist.