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Am 26. und 27. Februar 2026 fand in der Aula des Schlosses der Universität Osnabrück eine bemerkenswerte Tagung zur intersektionalen Gleichstellungspolitik statt. Organisiert von der Dialoginitiative unter dem Motto „Intersektionale Gleichstellungspolitik“ brachte die zweitägige Veranstaltung mehr als 150 Expert*innen aus Wissenschaft, Hochschulpraxis und Politik zusammen, um an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten: der Entwicklung von Impulsen für eine zukunftsweisende Gleichstellungspolitik. Der Fokus lag dabei nicht nur auf Geschlechtergerechtigkeit, sondern auch auf dem Abbau struktureller Barrieren innerhalb der Wissenschaft.

Den Eröffnungsgruß übernahmen Professorin Dr. Susanne Menzel-Riedl, Präsidentin der Universität Osnabrück, und der niedersächsische Wissenschaftsminister Falko Mohrs. Menzel-Riedl betonte die Verantwortung der Hochschulen für chancengerechte Strukturen und die Bedeutung einer intersektionalen Herangehensweise an Gleichstellung. Mohrs wies darauf hin, dass Gleichstellung mehr zu bieten hat als nur Geschlechtergerechtigkeit und sprach die Notwendigkeit an, dass auch die Hürden für andere marginalisierte Gruppen im Hochschulbereich beseitigt werden müssen.

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Denkräume für Austausch und Entwicklung

Ein zentrales Element der Tagung waren die sogenannten „Denkräume“, in denen interaktive Formate zu spezifischen Handlungsfeldern wie Personalauswahl, Forschungsförderung und Chancengerechtigkeit stattfanden. Diese Denkräume sollten nicht nur zur Diskussion anregen, sondern auch konkrete Handlungsoptionen zur Förderung von Chancengerechtigkeit im Studium und Lehre erarbeiten. So wurden neben Good-Practice-Beispielen auch Herausforderungen in der intersektionalen Gleichstellungsarbeit beleuchtet, die laut Dr.in Sabine Jösting, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Osnabrück, ausserordentlich vielfältig und komplex sind.

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Die Teilnehmer*innen hatten ebenfalls die Möglichkeit, sich in einer Zwischendiskussion über die bisherigen Fortschritte und zukünftige Herausforderungen auszutauschen. Die Veranstaltung fand unter der Moderation von Anneliese Niehoff von der Universität Bremen statt und wurde durch ein Awareness-Team begleitet, das auch Übersetzungen in Deutsche Gebärdensprache anbot. Hierbei wurde auch der Anstieg anfeindender Reaktionen gegen Gleichstellungsarbeit thematisiert, der zuletzt vermehrt zu beobachten war.

Wissenschaft und gesellschaftliche Verantwortung

Die Tagung wird nicht nur als einmaliges Ereignis verstanden, sondern ist Teil eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses. Im Herbst 2026 sollen Handlungsempfehlungen für eine gezielte intersektionale Gleichstellungspolitik veröffentlicht werden, die aus den Ergebnissen der Tagung abgeleitet werden. Während die Diskussionen und Impulse voranschritten, wurde auch zur Kenntnis genommen, dass die Forschung zur Intersektion von Behinderung und Gender nach wie vor große Lücken aufweist. Die Verdichtung an Daten über Personen mit Behinderungen im Hochschulsystem bleibt ein offenes Feld, das weitere Aufmerksamkeit benötigt. Hier zeigt eine Untersuchung, dass viele Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen Schwierigkeiten haben, ihre Studiengänge erfolgreich abzuschließen. GESIS hebt die Notwendigkeit hervor, das Thema intersektionale Gleichstellungspolitik umfassender zu betrachten, insbesondere im Kontext von Behinderung und Geschlecht.

Diese Tagung hat einen wichtigen Schritt in Richtung einer gerechteren Hochschulpolitik eingeläutet. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Handlungsempfehlungen in der Praxis umgesetzt werden und welche Fortschritte im Bereich der Gleichstellungspolitik in Zukunft zu verzeichnen sein werden.