Die Universität Bremen hat einen neuen Professor im Fachbereich Mathematik und Informatik begrüßt: Frank Sill Torres übernimmt seit April 2026 die Professur für die Resilienz maritimer Systeme. Dabei geht es nicht nur um wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch um die praktische Anwendung seiner Erkenntnisse. Torres hat zudem die Leitung des Instituts für den Schutz maritimer Infrastrukturen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) inne, welches er seit 2023 kommissarisch geleitet hat.
Der Schwerpunkt der Arbeiten am DLR konzentriert sich auf die Resilienz maritimer Infrastrukturen, sprich auf deren Fähigkeit, auch unter Stressbedingungen wie Störungen funktionsfähig zu bleiben. Dabei werden Methoden entwickelt, die eine quantitative Bewertung der Resilienz ermöglichen. Besonders wichtig ist hierbei die Forschung an Systemen wie Offshore-Windparks und Häfen. Hierbei verfolgt Torres eine innovative Herangehensweise: Der Fokus verlagert sich von der reinen Fehlervermeidung hin zu einer strategischen Bewältigung von Störungen.
Strategien zur Resilienz
Torres strebt an, die Belastbarkeit cyberphysischer Systeme mathematisch zu berechnen und exakte Kennzahlen zu entwickeln, die vorhersagen, wie schnell und effektiv Systeme nach Zwischenfällen in den Normalbetrieb zurückkehren können. Dies ist besonders relevant, zumal klassische Risikoanalysen bei modernen, komplexen Systemen oft an ihre Grenzen stoßen. Die Entwicklungen in diesem Bereich kommen nicht nur der Wissenschaft zugute, sondern sollen auch im akademischen Curriculum verankert werden, sodass Studierende anwendungsnah forschen können.
Seine internationale Erfahrung und technische Expertise, die er sich unter anderem an der Bundesuniversität Minas Gerais in Brasilien erworben hat, sollen dabei helfen, Synergien zwischen der Universität Bremen und dem DLR zu schaffen.
Wachsende Bedeutung maritimer Infrastrukturen
Die Relevanz von Torres‘ Forschung wird durch aktuelle geopolitische Herausforderungen unterstrichen. Wie eine Analyse zeigt, haben viele Länder, darunter Großbritannien, Japan und Australien, ihre Sicherheitsmaßnahmen für maritime kritische Infrastrukturen in den letzten Jahren ausgeweitet. Beispielsweise hat Finnland die wesentliche Bedeutung Unterseekabels für die nationale Versorgungssicherheit in seiner Risikoeinschätzung 2023 verankert. Auch Deutschlands Nationale Sicherheitsstrategie, die im Juni 2023 veröffentlicht wurde, hebt die Wichtigkeit solcher Infrastrukturen hervor.
Die Sicherheitsbedenken sind mit einem Anstieg internationaler Spannungen und Herausforderungen im Ostseeraum gestiegen. Daher ist die Forschung an Resilienzsystemen nicht nur akademisch, sondern von übergreifender praktischer Bedeutung. Initiativen der Europäischen Union und der NATO zielen darauf ab, die Resilienz kritischer Infrastrukturen zu stärken und sicherzustellen, dass Fluss und Stabilität maritimer Systeme auch in Krisenzeiten gewährleistet sind.
Frank Sill Torres ist gut gerüstet, um in diesem dynamischen und entscheidenden Feld neue Impulse zu setzen und zur Sicherheit maritimer Infrastrukturen beizutragen. Seine langjährige Forschung an der Zuverlässigkeit cyberphysischer Systeme hat nicht nur nationale, sondern auch internationale Relevanz, insbesondere im Hinblick auf aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen.