Wissenschaftsfreiheit in Gefahr: Proteste gegen antidemokratische Angriffe!
Vorlesungsreihe „Gefährdete Demokratie“ an der Universität Bremen: Experten diskutieren aktuelle Herausforderungen der Wissenschaftsfreiheit.

Wissenschaftsfreiheit in Gefahr: Proteste gegen antidemokratische Angriffe!
Inmitten intensiver gesellschaftlicher Debatten über die Rolle der Wissenschaft in der Demokratie findet an der Universität Bremen eine Vorlesungsreihe unter dem Titel „Gefährdete Demokratie“ statt. Die Veranstaltung, organisiert vom Netzwerk „Profs gegen Rechts“ und der Verbundforschungsplattform „Worlds of Contradiction“, zielt darauf ab, aktuelles Wissen zu demokratischen Herausforderungen bereitzustellen. Die erste Sitzung der Reihe wird am 7. Mai 2025 beginnen und verspricht, die kritischen Aspekte der gegenwärtigen politischen Landschaft zu beleuchten.
Die Universität Bremen hat sich zu einem Zentrum entwickelt, in dem Wissenschaftsfreiheit, ein fundamentales Element der Demokratie, thematisiert wird. Die Vorlesungsreihe findet in der Blauen Rotunde des Cartesiums statt und wird sowohl vor Ort als auch als Videostream angeboten, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Laut uni-bremen.de ist die Zielgruppe nicht nur Universitätsangehörige, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Die ersten Vorträge sind vielversprechend. Prof. Dr. Rita Nikolai wird am 7. Mai über die Schulpolitik der AfD referieren, während Dr. Susanne Götze am 4. Juni den Zusammenhang zwischen der AfD, Trumpisten und neoliberalen Netzwerken beleuchten wird. Am 18. Juni widmet sich Prof. Dr. Ralf Michaels der Frage, ob Staatsraison als Ersatzverfassung fungiert. Zum Abschluss der Reihe am 2. Juli werden Prof. Dr. Katajun Amirpur und Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu das Thema Rassismuskritik und Wissenschaftsfreiheit behandeln. Diese Veranstaltungen sind eine wichtige Antwort auf die gegenwärtigen Bedrohungen, die die Wissenschaftsfreiheit gefährden.
Am 7. Februar 2025 äußerte sich die Kanzlerkandidatin der AfD, Alice Weidel, radikal, indem sie forderte, Gender Studies an den Universitäten abzuschaffen und alle damit verbundenen Professoren zu entlassen. Solche Äußerungen wurden als verfassungswidrig und antidemokratisch eingeordnet und verstärken die bereits bestehenden Sorgen um die Wissenschaftsfreiheit in Deutschland, wie das-wissen.de berichtet.
Die Bedeutung von Wissenschaftsfreiheit
Die Wichtigkeit der Wissenschaftsfreiheit wird landesweit diskutiert. In Deutschland schätzen laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung über 80 % der befragten Wissenschaftler ihre akademische Freiheit als gut bis sehr gut ein. Dennoch berichten mehr als 30 % von Einschränkungen in ihrer Lehrfreiheit, was die Sorge um die Integrität und Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft unterstreicht. Einige fühlen sich sogar gezwungen, Forschungsresultate zurückzuhalten, um Repressalien zu vermeiden. Diese Situation gibt Anlass zu ernsthaften Überlegungen über die zukünftige Entwicklung des Wissenschaftsstandorts Deutschland.
Weltweit ist die Wissenschaftsfreiheit zunehmend bedroht, insbesondere in autoritären Regimen. Experten haben darauf hingewiesen, dass Cyberangriffe auf Universitäten zunehmen und elitenkritische Bewegungen die Unabhängigkeit der Wissenschaft untergraben können. So wurden in Deutschland mindestens 24 Hochschulen Ziel solcher Angriffe. Die Veranstaltung an der Universität Bremen zielt darauf ab, solche Themen aufzugreifen und den öffentlichen Diskurs zu fördern. Die Akademie für Politische Bildung thematisierte bereits in einer Tagung die Herausforderungen, vor denen die Wissenschaftsfreiheit heute steht, und wies darauf hin, dass in demokratischen Gesellschaften die Freiheit der Wissenschaft das Rückgrat für kreative und innovative Entwicklungen bildet, während autoritäre Systeme oft mit einer eingeschränkten wissenschaftlichen Freiheit operieren, was die Effektivität ihrer Entscheidungen gefährdet, wie apb-tutzing.de berichtet.
Die Vorlesungsreihe an der Universität Bremen stellt einen notwendigen Schritt dar, um wissenschaftliche Prinzipien und demokratische Werte zu verteidigen. Die engagierten Professor:innen zeigen, dass der Diskurs über Wissenschaftsfreiheit nicht nur in akademischen Kreisen, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit von zentraler Bedeutung ist, um die Demokratie zu schützen und der zunehmenden Gefährdung von Wissenschaft und Bildung entgegenzutreten.