Am 27. Februar 2026 hatte die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) die Ehre, Lehrkräfte aus Hamburg zu begrüßen. Im Rahmen dieses Besuchs sollten komplexe sicherheitspolitische Entscheidungen und die Dual-Use-Forschung, die sowohl zivile als auch militärische Anwendungen von Technologien berücksichtigt, im Fokus stehen. Diese Veranstaltung diente nicht nur der Sichtbarmachung von Studien- und Berufsfeldern, sondern auch der Förderung des fachlichen Austauschs unter den Teilnehmern. Hochschulpräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann unterstrich die zunehmende Relevanz von Dual-Use-Fragestellungen in Forschung und Lehre und verwies auf die Bildungsinitiative NAT, die Jugendliche bei der Orientierung in MINT-Fächern unterstützt.

Besonders spannend war der Austausch über das German Wargaming Center der HSU/UniBw H, das Wargaming nutzt, um Entscheidungen unter Stressbedingungen zu analysieren. Diese Methode hilft, Muster und blinde Flecken in Entscheidungsprozessen im militärischen, politischen und wirtschaftlichen Kontext zu erkennen. Lehrkräfte erhielten auch Einblicke in die Informatik im Maschinenbau, wo Forschungsansätze zur Überwachung und Analyse komplexer technischer Systeme diskutiert wurden. Die Nutzung datenbasierter und hybrider Algorithmen zur Erkennung von Anomalien war ein weiteres interessantes Thema.

Sicherheitsforschung und innovative Technologien

Über die Dual-Use-Forschung hinaus thematisierte die Veranstaltung auch wichtige Entwicklungen in der Sensorik und Kommunikationstechnik. Ein Projekt zum Drohnenabfangsystem, das nicht autorisierte Drohnen erkennen und abfangen sollte, stößt auf großes Interesse. Zudem wurde die Materialforschung vorgestellt, die sich mit der Entwicklung von Schutzsystemen, wie offenporigen Metallschäumen und speziellen Polymerbeschichtungen, beschäftigt. Diese Forschungen zielen darauf ab, den Schutz von Personen, Fahrzeugen und Gebäuden zu verbessern.

Ein weiterer bedeutender Aspekt der Diskussion war die geplante Erweiterung von Formaten zum Austausch zwischen Schule und Hochschule. Die Synergien zwischen akademischer Bildung und praktischen Anwendungen sollen somit gezielt gefördert werden.

Dies ist besonders wichtig in Anbetracht der Herausforderungen, die sich in der aktuellen geopolitischen Lage ergeben. Bei einer Fachkonferenz des Nationalen Koordinierungszentrums für Cybersicherheit (NKCS) in Köln, die am 3. November 2025 stattfand, wurden wesentliche Aspekte zur Sicherheit und digitalen Souveränität in Europa behandelt. Die Expertinnen und Experten hoben die Notwendigkeit hervor, Dual-Use-Technologien im Cyber Defense-Sektor gezielt zu fördern und strategisch zu nutzen, was die Relevanz der Veranstaltungen wie jener an der HSU/UniBw H untermauert.

Die Rolle von Förderprogrammen

In dieser sicherheitspolitischen Zeitenwende ist auch die Innovationsförderung in Europa im Wandel. Die Tech-Industrie sowie universitäre Forschungseinrichtungen zeigen ein wachsendes Interesse an militärischer Forschung. Hierbei spielt die Förderlandschaft eine entscheidende Rolle. Der Europäische Verteidigungsfonds (EDF) zeigt mögliche Unterstützung durch ein Budget von über 1,1 Milliarden Euro für 2025, was auch in 2026 voraussichtlich so bleiben wird. Zudem wird auf nationale Programme eingegangen, wie zum Beispiel auf die Cyberagentur GmbH, die disruptive Forschungsprojekte in Cybersicherheit und Künstlicher Intelligenz fördert.

In einer Zeit, in der Unternehmen in Bereichen wie Robotik, KI, Sensorik und Drohnenherstellung zunehmend an Dual-Use-Technologien interessiert sind, bieten sich durch die neuen Förderangebote erhebliche Wachstums- und Finanzierungsperspektiven. Die Erkenntnisse aus diesen unterschiedlichen Veranstaltungen und Programmen sind klar: Innovation, Kooperation und Förderung sind der Schlüssel zu einer technologisch souveränen Zukunft in Europa.