In der letzten Februarwoche besuchten 21 Studierende aus Bosnien und Herzegowina Hamburg im Rahmen des Austauschprogramms „Circular Business Models and Enabling Urban Infrastructures in Sarajevo/Hamburg“. Dieses Programm, das von der HafenCity Universität Hamburg initiiert wurde, zielt darauf ab, den bilateralen Austausch zwischen Hamburg und Sarajevo zu fördern und gleichzeitig nachhaltige Entwicklung sowie Kreislaufwirtschaft in den Vordergrund zu rücken.
Im Januar reisten Studierende der HafenCity Universität nach Sarajevo, was den ersten Teil dieser Austauschinitiative markierte. Unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), beinhaltete das Programm eine Vielzahl an Aktivitäten, darunter gemeinsame akademische Projekte und Exkursionen. An der Durchführung waren renommierte Professor:innen beider Universitäten beteiligt, unter anderem Prof. Dr. Jasmina Mangafic und Prof. Dr. Ljiljan Veselinovic.
Thematische Schwerpunkte
Der Fokus des Programms lag auf Themen wie nachhaltige Stadtentwicklung, Digitalisierung und der Klimawende. Workshops zu Kreislaufkompetenzen sowie Begehungen bedeutender Stadterneuerungsprojekte, wie dem IBA Hamburg in Wilhelmsburg und dem Bunker St. Pauli, verdeutlichten die praktische Anwendung der erlernten Konzepte. Die Studierenden bekamen zudem Einblicke in die Funktionsweise einer Müllverbrennungsanlage in Hamburg, die als Beispiel für innovative Abfallwirtschaft dient.
Einen besonders interessanten Aspekt stellte die Untersuchung der nachhaltigen Entwicklung des Stadtteils HafenCity dar, wo die Integration der Kreislaufwirtschaft in die städtische Infrastruktur im Mittelpunkt steht. Hier sollen lokale und regionale Stoffkreisläufe geschlossen, Mehrfachnutzungen gefördert und neue Wertschöpfungsformen geschaffen werden. Diese Ansätze sind entscheidend, um den Wandel von einer linearen zu einer zirkulären Stadt- und Wirtschaftsentwicklung zu gestalten, wie die Publikation des Deutschen Instituts für Normung unterstreicht.
Die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft
Die Dringlichkeit der Transformation in Richtung Kreislaufwirtschaft wird von verschiedenen Institutionen als notwendig erachtet. Um in der heutigen Zeit nachhaltig agieren zu können, gilt es, den gesamten Lebenszyklus von Produkten zu berücksichtigen. Die Fraunhofer Stiftung weist darauf hin, dass innovative Geschäftsmodelle und Produktdesigns sowie die stärkere Nutzung von Sekundärrohstoffen entscheidend sind. Die Berücksichtigung biobasierter Materialien, die fossile Rohstoffe ersetzen können, ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, vorausgesetzt, sie konkurrieren nicht mit der Nahrungsmittelproduktion.
Zusätzlich sind digitale Lösungen wie Produktpässe gefragt, um die Rückverfolgbarkeit und die effiziente Nutzung von Materialien zu erhöhen. Klare regulatorische Rahmenbedingungen sowie Investitionen in innovative Technologien sind unerlässlich, um einen erfolgreichen Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Dies sorgt nicht nur für eine gesellschaftliche Akzeptanz, sondern fördert auch einen gerechten Wandel, der negative Auswirkungen auf Entwicklungsländer vermeidet.
Mit der Kombination aus Austauschprogrammen, praktischen Workshops und einer fundierten Theorie zur Kreislaufwirtschaft wird in Hamburg und Sarajevo eine spannende Plattform geschaffen, die sowohl akademische als auch praktische Ansätze verfolgt, um nachhaltige und zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln.