Am 25. Februar 2026 fand das 16. Hamburger Forum für Unternehmenssteuerrecht statt, bei dem Experten und Praktiker aus der Wirtschaft und dem Steuerrecht zusammenkamen, um aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen zu diskutieren. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Moritz Schularick vom Kiel Institut für Weltwirtschaft, der die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft thematisierte. Besonders betonte er die asymmetrischen Handels-, Rohstoff- und Technologieabhängigkeiten sowie die geopolitischen Spannungen, welche erhebliche strategische Konsequenzen für Europa und Deutschland mit sich bringen können. Diese Themen sind besonders relevant in einer Zeit, in der geopolitische Risiken und wirtschaftliche Spannungen international zunehmen, wie auch die BaFin darlegt.
Im ersten Panel, moderiert von Dr. Nadia Altenburg von bluebird legal & tax, wurden brisante Fragen des nationalen und internationalen Unternehmenssteuerrechts aufgegriffen. Dr. Alexander Mann vom Hessischen Ministerium der Finanzen präsentierte Steuerreformansätze, die darauf abzielen, Investitionsanreize zu schaffen und internationale Steuerrechtsvorschriften zu vereinfachen. Diese Forderungen spiegeln die aktuellen Herausforderungen wider, die Unternehmen aufgrund von internationalen Trends und geopolitischen Einschränkungen erleben.
Aktuelle Themen im Unternehmenssteuerrecht
Ein weiteres Highlight des Panels war der Vortrag von Dr. Oliver Heinsen von KPMG AG, der sich mit der Betriebsstättenbesteuerung auseinandersetzte. Hierbei wurde die zunehmende Komplexität des Betriebsstättenbegriffs im nationalen Recht und in Doppelbesteuerungsabkommen erörtert, ein Thema, das für viele Unternehmen von erheblicher Relevanz ist. Angesichts der geopolitischen Spannungen, die durch den Anstieg der Energiepreise und Lieferkettenprobleme weiter verschärft werden, gewinnen solche Themen zunehmend an Bedeutung.
Ein weiteres Panel zu Bilanzsteuerrecht und der Besteuerung von Personengesellschaften leitete Mathias Gerner von Dr. August Oetker KG. Die Diskussion um Thesaurierungsbegünstigung sowie Anwendungsfragen bezüglich § 34a EStG und § 1a KStG zeigte die Komplexität moderner steuerrechtlicher Fragestellungen auf.
Der Einfluss der Gesellschafterkonstellationen auf die Steuerfunktion wurde in einem praktischen Panel unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Kaeser von Siemens AG beleuchtet. Dies ist besonders spannend, da solche internen Strukturen oft durch äußere geopolitische Einflüsse betroffen sind, welche die Stabilität und Planungssicherheit von Unternehmen gefährden können.
Gesellschaftliche Herausforderungen
Das Forum befasste sich zudem mit der Gewerbesteuer, unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Weitemeyer von der Bucerius Law School. Prof. Dr. Carsten Pohl von der Hochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen sprach über aktuelle Entwicklungen und den Bedarf an Vereinfachungen in diesem Bereich. Die Diskussion verdeutlichte, wie wichtig eine angepasste Steuerpolitik in Zeiten des Wandels ist.
Abgerundet wurde das Forum durch eine Diskussion über steuerliche Verluste und deren Nutzung. Prof. Dr. Deborah Schanz von der Ludwig-Maximilians-Universität München thematisierte, wie Unternehmen ihre Verlustvorträge sichern können, was in einem zunehmend unsicheren wirtschaftlichen Umfeld eine essenzielle Fragestellung darstellt.
Das 16. Hamburger Forum für Unternehmenssteuerrecht hat sich als eine wertvolle Plattform für den steuerrechtlichen Diskurs etabliert. Eine ausführliche Zusammenfassung der Tagung wird in der DStR veröffentlicht. Die präsentierten Themen zeigen eindrücklich, wie eng wirtschaftliche und geopolitische Herausforderungen, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene, miteinander verknüpft sind und welche Strategien nötig sind, um in einem sich ständig verändernden Umfeld erfolgreich zu sein.