Hessen investiert Millionen für die Zukunft der Demokratieforschung!
Hessen investiert 3,1 Millionen Euro in die Demokratieforschung mit dem neuen Forschungsverbund „DemoReg“ unter Leitung von Prof. Dr. Ursula Birsl.

Hessen investiert Millionen für die Zukunft der Demokratieforschung!
Am 2. Oktober 2025 hat Hessen offiziell den neuen Forschungsverbund „DemoReg“ vorgestellt, der sich mit den Herausforderungen der Demokratie in der heutigen Zeit beschäftigt. Mit einer Investition von rund 3,1 Millionen Euro fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) bis Ende 2028 eine umfassende Forschungsagenda, die zukunftsorientierte Strukturen für die Demokratieforschung in Hessen schaffen soll. Diese Initiative fällt unter das Programm „Stärkung der Demokratieforschung Hessen“ sowie das „Sofort-Programm 11+1“ der hessischen Landesregierung. Der Verbund nahm bereits im September 2023 seine Arbeit auf und ist ein bedeutender Schritt zur Sicherung demokratischer Werte in der Region.
Leiterin des Forschungsverbunds ist Prof. Dr. Ursula Birsl von der Philipps-Universität Marburg, die betont, dass das Projekt die Bedrohungen für gefestigte Demokratien analysieren wird. Ein interdisziplinäres Team von 35 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird an dem Vorhaben mitwirken. Ziel ist es, sowohl die Herausforderungen als auch mögliche Gegenstrategien zur Stärkung der Demokratieforschung zu untersuchen. Wissenschaftsminister Timon Gremmels hebt hervor, dass eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit diesen Themen von größter Bedeutung ist.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Demokratie
„DemoReg“ vereint renommierteste Partnerinstitutionen, darunter die Philipps-Universität Marburg, die Goethe-Universität Frankfurt, die Universität Kassel sowie die Technische Universität Darmstadt. Auch mehrere Hochschulen und Forschungsinstitute, wie das Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main und das Sigmund-Freud-Institut Frankfurt, sind beteiligt. Prof. Dr. Thomas Nauss, Präsident der Philipps-Universität, zeigt sich optimistisch über die Gründung eines hessenweiten Zentrums für Demokratieforschung, das Expertenwissen bündeln soll.
Das Forschungsteam wird zudem lokale Studien und Diskussionsrunden in Städten und Gemeinden planen, um die wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt mit der Bevölkerung zu teilen. Ein Konzept in Zusammenarbeit mit dem „Haus der Demokratie“ in der Frankfurter Paulskirche ist ebenfalls in Vorbereitung. Diese Initiativen zielen darauf ab, Wissen über die Herausforderungen der Demokratie in der modernen Welt zu verbreiten und in praktische Diskussionen zu integrieren.
Wissenschaftliche Basis für demokratische Werte
Die Themen und Fragen, die innerhalb der Demokratieforschung verfolgt werden, sind vielschichtig und erfordern eine tiefergehende Analyse von gesellschaftlichen Umbrüchen. Dies hat auch Auswirkungen auf die politische Herrschaft und die Art, wie Identitäten in modernen Gesellschaften gestaltet werden. Der Kontext der Forschung wird durch das Forschungsprogramm der Abteilung Demokratieforschung am Forum Internationale Wissenschaft der Universität Bonn erweitert, das von 2020 bis 2026 läuft. Es untersucht die politischen Systeme in einer zunehmend funktional differenzierten Weltgesellschaft und thematisiert Aspekte wie Inklusion und Exklusion sowie die Bipolarität zwischen Demokratie und Autoritarismus.
Wissenschaftler wie Prof. Dr. Enrico Schleiff von der Goethe-Universität unterstreichen die Wichtigkeit dieser Analysen, um die sich ändernden Bedingungen in der Gesellschaft besser zu verstehen. Zentrale Forschungsfragen umfassen die Konstruktion politischer Gemeinschaften, Differenzierungen innerhalb politischer Systeme und die Entwicklungen politischer Identitäten.
Die Ergebnisse dieser Forschung sollen dazu beitragen, Herausforderungen auf politischer Ebene zu verstehen und zu bewältigen. Am 3. Oktober 2025 wird der Forschungsverbund im Rahmen des Tages der Deutschen Einheit in Berlin offiziell vorgestellt, was die Relevanz des Themas auf nationaler Ebene weiter verstärkt.