Die Alte Jägerkaserne in Marburg, ein historisches Gebäude aus der Zeit zwischen 1867 und 1869, wird ab April 2024 umfassend saniert. Die Universität Marburg investiert dabei rund 3 Millionen Euro in ein generationenübergreifendes Projekt, dessen Fertigstellung für den Sommer 2027 geplant ist. Teile des Fachbereichs Psychologie sowie des Instituts für Grafik und Malerei werden in die Maßnahmen einbezogen, die eine denkmalgerechte Sanierung und teilweise Erneuerung der Fenster sowie die Instandsetzung der prächtigen Sandsteinfassade beinhalten. Auch Holzbauteile, wie die Dachgauben, stehen auf dem Programm.
Um Beeinträchtigungen für den laufenden Vortrag- und Forschungsbetrieb zu minimieren, wird der Sanierungsprozess in fünf Abschnitten durchgeführt. Dabei ist der Aus- und Einbau der Fenster auf den gleichen Tag terminiert, was eine zügige Abwicklung und einen geringeren Einfluss auf die Nutzung des Gebäudes gewährleisten soll. Fünf historische Fenster werden restauriert und an der Nordinnenfassade der Alten Jägerkaserne wieder eingebaut. Bei den neuen Fenstern wird zusätzlich auf eine Verbesserung der Energieeffizienz geachtet: Sie erhalten ein Vorsatzfenster sowie elektrisch betriebene Sonnenschutzsysteme.
Herausforderungen der energetischen Sanierung
Die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden erfordert besonderes Feingefühl und ein gutes Händchen für innovative Lösungen. Historische Gebäude stellen spezifische Anforderungen an moderne Heizsysteme, wie die Experten von Energie-Spezialisten erläutern. Oftmals benötigen diese Gebäude Vorlauftemperaturen von mindestens 60-70°C. Bei der Sanierung muss auch der Denkmalschutz im Blick behalten werden, um das Aussehen und die Substanz des historischen Bauwerks zu wahren.
Moderne Ansätze wie innenseitige Dämmung mit diffusionsoffenen Materialien oder Vakuumdämmplatten könnten helfen, ohne die äußere Fassade zu beeinträchtigen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Architekten, Energieberatern und Denkmalschutzbehörden ist für eine erfolgreiche Umsetzung unerlässlich. Glass-Architekten nennt weitere Lösungen wie den Einbau von dreifachverglasten Fenstern oder brandschutztechnischen Maßnahmen, die den historischen Charakter der Kaserne bewahren und gleichzeitig moderne Nutzungskonzepte ermöglichen.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein zentrales Anliegen der Sanierung ist die Verbesserung der Energieeffizienz des denkmalgeschützten Gebäudes. Die Verwendung von modernen Heizsystemen und die Förderung durch das CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm des Landes Hessen sollen dazu beitragen, den Energieverbrauch zu senken. Der Bauherr, das Land Hessen, zeigt damit Engagement, historische Bauten nachhaltig in die Gegenwart zu transportieren und deren Nutzung auch für zukünftige Generationen zu sichern.
Die Baustelle wird voraussichtlich über die Frankfurter Straße und Gutenbergstraße erschlossen, wobei auch Grün- und Parkplatzflächen für die Einrichtung der Baustelle genutzt werden. Die Umsetzung dieser Sanierungsmaßnahmen wird nicht nur die Baustruktur der Alten Jägerkaserne bewahren, sondern auch deren Funktionalität für die Universität Marburg stärken. Diese Investition in die Zukunft wird ein bedeutender Schritt sein, um das Bauwerk als wichtigen Teil der Hochschulgeschichte lebendig zu halten.



