Heute, am 23. Februar 2026, ist die Forschungsreise von Elisa Merz, Biogeochemikerin an der Universität Konstanz, in die Antarktis ein spannendes Abenteuer. Mit einer Cargo-Maschine des US-Militärs fliegt sie von Christchurch, Neuseeland, in Richtung des ewigen Eises. An Bord sind fünf weitere Mitglieder ihres Forschungsteams. Merz beschreibt den Flug als herausfordernd: „Keine Fenster, kein Essen oder Trinken und sehr laut“ — das macht das Fliegen über die unwirtliche Landschaft noch abenteuerlicher. Zudem müssen die Piloten auf Sicht landen, was die Ankunftszeit ungewiss macht.

Merz hat sich auf die Untersuchung von Kieselalgen spezialisiert, die nicht nur bedeutende Sauerstoffproduzenten sind, sondern auch eine besondere Fähigkeit besitzen: Sie können Stickstoffverbindungen speichern und nutzen Nitrat zur anaeroben Atmung, wenn kein Sauerstoff vorhanden ist. Unter Leitung von Dawn Sumner von der University of California Davis wird die Biogeochemikerin als Forschungstaucherin am Lake Fryxell im McMurdo Dry Valley arbeiten. Hier sind die Bedingungen besonders extrem, da der See ganzjährig mit einer dicken Eisschicht bedeckt ist und nur Mikroorganismen beherbergt.

Die McMurdo-Station: Eine kleine Stadt im Eis

Die McMurdo-Station, wo Merz ihren Forschungseinsatz plant, ist die größte Forschungs- und Logistikstation in der Antarktis. Sie wurde 1955/56 auf der Ross-Insel errichtet und dient als Ausgangspunkt für zahlreiche Feldforschungsprojekte. Diese Station bietet weit mehr als nur Platz für Wissenschaftler; sie umfasst über 85 Gebäude, darunter Schlafsäle, Labore, eine Küche, Bars und sogar ein Krankenhaus. Im Sommer können hier bis zu 1100 Personen leben und arbeiten, während die Winterbesetzung auf etwa 250 Personen sinkt. Bewohner der Station kennen sich gut aus und werden oft als „McMurdoites“ bezeichnet.

Das Albert P. Crary Science and Engineering Center, das 1991 eingeweiht wurde, ist eines der führenden Labore für antarktische Biologie und Geowissenschaften. Merz und ihr Team werden sich auf die Herausforderungen in dieser extremen Umgebung vorbereiten, die Trainingseinheiten einschließt. Der Arbeitsalltag beinhaltet Tauchgänge bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius, während das Wasser des Sees erstaunlicherweise vier Grad hat. Duschen sind hier nicht möglich, was die Bedingungen zusätzlich verschärft. Die Toilette im Camp trennt feste von flüssigen Exkrementen, um die Hygiene aufrechtzuerhalten.

Forschungsalltag im ewigen Eis

Eines der Hauptziele von Merz und ihrem Team ist die Analyse der Lebensbedingungen und der Überlebensstrategien von Kieselalgen während langer Dunkelphasen ohne Photosynthese. Unter Wasser plant Merz, Sedimentkerne zu entnehmen und Messgeräte über mikrobiellen Matten zu positionieren. Die Proben werden entweder vor Ort analysiert oder später in die USA geschickt. Ein zusätzlicher Fokus liegt auf der zwischenmenschlichen Kommunikation, die für den Erfolg der Forschungsarbeit in der Abgeschiedenheit entscheidend ist. Merz betont die positive Einstellung, die sie für ihre Feldforschungen entwickelt hat, und bringt mit jeder Reise neue Erkenntnisse über das Leben im Eis mit.

Die McMurdo-Station ist nicht nur ein wichtiger logistischer Knotenpunkt, sondern auch ein Ort, der das Leben und die Herausforderungen der Forschung in der Antarktis prägt. Während Merz und ihr Team in dieser extremen Umgebung arbeiten, genügt es nicht, sich nur auf ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten zu verlassen; auch das Teamwork und die Kommunikation sind für den Erfolg ihrer Mission unerlässlich. Die Expedition verspricht, spannende Einblicke in die Anpassungsmechanismen von Mikroorganismen unter extremen Bedingungen zu bieten und könnte Wertvolles zur Biogeochemie des Planeten beitragen.

Für weitere Informationen über die McMurdo-Station und ihre Einrichtungen wird auf die detaillierte Beschreibung auf Wikipedia verwiesen: Wikipedia. Auch das Umweltbundesamt bietet interessante Einblicke in die Forschung und Logistik im ewigen Eis: Umweltbundesamt.