Was kann man im Alter noch lernen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Psychologen, sondern auch Familien und das soziale Umfeld von älteren Erwachsenen. Eine aktuelle Studie von der Universität Heidelberg und der Universität Mannheim hat nun interessante Erkenntnisse gewonnen, die dem alten Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ widersprechen. Die Forschung, geleitet von Prof. Dr. Cornelia Wrzus und Prof. Dr. Corina Aguilar-Raab, zeigt, dass sowohl jüngere als auch ältere Erwachsene in der Lage sind, neue sozio-emotionale Verhaltensweisen zu erlernen.
In diesem achtwöchigen Interventionsprogramm hatten insgesamt 165 Probanden, darunter junge Erwachsene und Senioren, die Gelegenheit, ihr Wissen über Stressbewältigung zu erweitern. Mit wöchentlichen Sitzungen und Alltagsaufgaben wurde nicht nur „Emotionale Stabilität“ und „Extraversion“ vor, während und nach dem Programm untersucht, sondern die Wirkungen wurden sogar bis zu einem Jahr danach erfasst. Überraschenderweise gab es kaum Unterschiede in den Veränderungen zwischen den Altersgruppen. Ältere Teilnehmer zeigten sogar ein höheres Engagement mit den Trainingsmaterialien, was auf eine bemerkenswerte Lebenslange Lernbereitschaft hinweist.
Positive Veränderungen durch Motivation
Die Ergebnisse der Studie präsentieren eine positive Botschaft für unsere zunehmend alternde Gesellschaft: Motivation kann ein Schlüssel zu Lernen und Veränderung im Alter sein. Dies trifft auch auf die seelische Gesundheit zu, ein Thema, das nicht jüngst durch die COVID-19-Pandemie in den Fokus gerückt wurde. Die Schwächen im Bildungssystem wurden deutlich, und es besteht ein erkennbarer Bedarf, Kinder und Jugendliche in ihrer Resilienz und psychischen Gesundheit zu unterstützen.
Eine Initiative, die sich diesem wichtigen Aspekt widmet, ist das Projekt „Kinder Stärken!“, das Resilienz in Kindertageseinrichtungen fördert. Wie der Bildungsserver berichtet, wurden zehn Einrichtungen wissenschaftlich begleitet, wobei der Fokus auf der psychischen Gesundheit von Kindern lag. Der Bildungssektor muss sich jetzt, vielleicht mehr denn je, flexibel an die komplexen Veränderungen anpassen, die in den letzten Jahren aufgekommen sind.
Das Thema psychische Gesundheit wird inzwischen auch in die Bildungspläne der Länder integriert, was zeigt, dass die Wichtigkeit dieses Themas anerkannt wird. Digitale Bildungsmaterialien sollen Fachkräfte bei der Gesundheitsförderung unterstützen und sind ein Teil des Lösungsansatzes, um die Resilienz der Jüngsten zu stärken.
In Anbetracht der vorliegenden Studien ist es klar: Lernen hört nie auf, sei es im Kindesalter oder im hohen Alter. Das Potenzial für Veränderung und das Erlernen neuer Fähigkeiten bleibt über das gesamte Leben bestehen – eine Erkenntnis, die wohl alle Generationen ermutigen sollte.