In der Welt des Eisenbahnbrückenbaus stehen wichtige Neuerungen bevor. Der Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen an der Ruhr-Universität Bochum hat das Projekt SmartBridgeRules ins Leben gerufen, das die Digitalisierung textbasierter technischer Vorschriften zum Ziel hat. Diese maßgebliche Initiative soll die Planung, Prüfung und Genehmigung von Eisenbahnbrücken deutlich verbessern. Mit einer Förderzusage von 185.935 Euro vom Bundesministerium für Verkehr wurde der Grundstein gelegt, um die Herausforderungen, die aus der manuellen Auswertung komplexer Regelwerke resultieren, zu überwinden. Denn diese Methoden führen nicht nur zu hohem Zeitaufwand, sondern auch häufig zu Fehlinterpretationen, die gravierende Folgen haben können. news.rub.de berichtet über den innovativen Ansatz, der die Inhalte technischer Regelwerke maschinenlesbar aufbereiten will. Auch die Verknüpfung mit Building Information Modeling (BIM) verspricht eine Verbesserung der Planungsqualität.
Das Konzept des Projekts umfasst die Entstehung formalisierter Prüfregeln sowie standardisierter Informationsanforderungen, was zu einer frühzeitigen und teilautomatisierten Überprüfung der Regelkonformität führen soll. Durch diesen neuen Ansatz wird auch eine Effizienzsteigerung der Genehmigungsabläufe angestrebt. Die Ergebnisse des Projekts sollen als Open Data veröffentlicht und über die Mobilithek zugänglich gemacht werden. Zu den Partnern von SmartBridgeRules gehören nicht nur die Ruhr-Universität Bochum und die Technische Universität Dresden, sondern auch die BUNG Ingenieure AG sowie verschiedene assoziierte Partner wie die DB InfraGO AG und DB Systel GmbH. Diese Vernetzung ist Teil der Innovationsinitiative mFUND, die sich auf die Förderung datenbasierter Forschungsprojekte zur digitalen Mobilität konzentriert.
Digitale Instandhaltung – Ein weiterer Schritt in die Zukunft
Parallel zu den Bemühungen um die Planungsoptimierung von Eisenbahnbrücken gibt es auch Fortschritte auf dem Gebiet der Instandhaltung. Das Projekt DiMaRB an der Leibniz Universität Hannover verfolgt das Ziel, ein digitales und prädiktives Instandhaltungskonzept für Eisenbahnbrücken zu entwickeln. Wie massivbau.uni-hannover.de erläutert, ist die derzeitige Instandhaltungsstrategie oft reaktiv, was bedeutet, dass Maßnahmen meist erst nach der Feststellung von Mängeln ergriffen werden. Dies führt häufig zu hohen Kosten und teuren Komplettsanierungen oder sogar zu Neubauten.
Durch den Einsatz von Structural Health Monitoring (SHM) und das Konzept der digitalen Bauwerksmodelle, gestützt durch BIM, soll nun eine proaktive Instandhaltungsstrategie eingeführt werden. Die Plattform shBIM wird geschaffen, um Monitoringdaten und Informationen universell einsehbar zu machen, was den Verantwortlichen in der Instandhaltung zugutekommt. An realen Beispielen aus dem Eisenbahnhochgeschwindigkeitsverkehr wird das Instandhaltungskonzept erprobt. Projektpartner wie die DB Netz AG und das Eisenbahn-Bundesamt sind Teil dieser Forschungsinitiative, die ebenfalls im Rahmen von mFUND gefördert wird.
Diese beiden Projekte weisen klar den Weg in eine digitalisierte Zukunft im Brückenbau und der Instandhaltung. Die Möglichkeiten, die durch digitale Technologien eröffnet werden, könnten nicht nur dazu beitragen, die Qualität und Sicherheit im Eisenbahnverkehr zu verbessern, sondern auch die Effizienz in der Planung und Wartung von Infrastrukturprojekten entscheidend steigern.