Am 13.03.2026 ist es soweit: Das Erasmus+-Projekt PLUSS – LGBTQI+ Policy and Leadership in Sport and Society wird nach drei Jahren intensiver Zusammenarbeit zum Abschluss gebracht. Mit Partner*innen aus sechs europäischen Ländern, bietet die Initiative eine substanzieller Ansatz zur Verbesserung der Inklusion im Sport. Die Deutsche Sporthochschule Köln, als wesentlicher Akteur des Projekts, hat in enger Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Organisationen und Aktivist*innen an konkreten Werkzeugen gearbeitet, um die Teilhabe von Menschen aus der LGBTQI+ Community im Sport zu fördern.

Federführend bei dem Projekt ist der Europäische Schwulen- und Lesbensportverband (EGLSF), der die Initiative ins Leben rief, um Diskriminierung zu bekämpfen und eine inklusive Sportkultur zu etablieren. Im Rahmen von PLUSS wurde der GAME-Plan entwickelt, der Governance, Advocacy, Membership und Events berücksichtigt, um inklusive Strukturen in Sportorganisationen zu unterstützen. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt die Veröffentlichung eines Forschungsberichts, eines praxisnahen Leitfadens für Sportorganisationen sowie eines Positionspapiers mit Empfehlungen für politische Entscheidungsträger*innen und Sportverbände.

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Kreative Ansätze zur Umsetzung

Die Umsetzung der Projektziele erfolgte durch die enge Kooperation mit sechs LGBTQI+ Sportvereinen aus verschiedenen Ländern. Dazu zählen unter anderem der Queer Sport Split aus Kroatien, Out for the Win aus Belgien, der Atlasz Sport Club aus Ungarn, Out in Slovenia aus Slowenien, Team München aus Deutschland und Pan Idræt København aus Dänemark. Diese Partnerschaften zielen darauf ab, die Inklusion und Teilnahme verschiedener Athleten mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und -ausdrücken zu verbessern.

Doch warum ist Inklusion im Sport überhaupt so wichtig? Gemeinsamer Sport fördert nicht nur Akzeptanz und Toleranz, er trägt auch dazu bei, Vorurteile abzubauen. Menschen, die im Sport aktiv sind, erwerben wertvolle Fertigkeiten, die sie in alle Bereiche ihres Lebens übertragen können. Plattformen wie PLUSS stellen nicht nur ein starkes Netzwerk dar, sondern helfen zudem, die Haltung zur Inklusion in der Gesellschaft zu verändern und über alltägliche Aspekte hinaus zu tragen.

Die Realität der Inklusion im Sport

Trotz der positiven Entwicklungen bleibt die Realität herausfordernd. Die Wahrnehmung des inklusiven Sports hat sich in Deutschland zwar verbessert, jedoch bestehen weiterhin strukturelle Barrieren. Laut Professor Thomas Abel von der Deutschen Sporthochschule Köln ist der Anteil der Menschen mit Behinderung, die im organisierten Sport aktiv sind, mit lediglich 2,4% im Vergleich zu 9,6% der Gesamtbevölkerung unterrepräsentiert. Täglich sehen sich viele vor der Herausforderung, dass Sporteinrichtungen nicht barrierefrei gestaltet sind, sodass etwa 55% der Menschen mit Behinderung keinen Sport treiben können.

Ein weiterer Aspekt sind die Informationen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die zeigen, dass nur etwa 35% der Sportvereine inklusiv arbeiten. Die strukturellen Barrieren, wie das häufig mangelnde Interesse an ehrenamtlichem Engagement und der Sanierungsbedarf vieler Sportstätten – auf etwa 31 Milliarden Euro beziffert – stellen große Hürden für die Realisierung einer inklusiven Sportkultur dar.

Das PLUSS-Projekt trägt mit seinen Erkenntnissen und Werkzeugen entscheidend dazu bei, diese Herausforderungen zu meistern und das Ziel einer inklusiven Sportlandschaft zu erreichen. „Sport sollte ein Ort sein, an dem alle ohne Angst und Barrieren teilnehmen können“, so Hugh Torrance, Co-Präsident des EGLSF. und verdeutlicht die Motivation hinter den Projekten zur Inklusion im Sport.

Mit dem Abschluss des PLUSS-Projekts steht nun ein umfassendes Bündel an Werkzeugen zur Verfügung, um die Inklusion im Sport nachhaltig zu fördern. Dies zeigt, wie durch gemeinsame Anstrengungen in der Gesellschaft eine positive Veränderung im Sportbereich angestoßen werden kann.

Für mehr Informationen zu den Ergebnissen des PLUSS-Projekts siehe dshs-koeln.de, eglsf.info sowie weiterführende Hintergründe zu Inklusion und Sport auf aktion-mensch.de.