Der Herbst hat Einzug gehalten im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Die bunten Farben der Bäume verzaubern die Besucher, während besonders bemerkenswerte Pflanzen ins Rampenlicht rücken: die Pyrophyten. Diese faszinierenden Botanikern haben sich über Jahrtausende hinweg an den Einfluss von Feuer angepasst.HHU berichtet, dass die Strategien der Pyrophyten zeigen, wie ausgestattet die Natur ist, um sich an herausfordernde Bedingungen anzupassen. Diese Pflanzen gedeihen oft prächtig in feuerbeeinflussten Ökosystemen wie Savannen oder Hartlaubbuschland.
Im Botanischen Garten können Besucher Einblicke in diese bemerkenswerten Arten gewinnen. Insbesondere die Banksien, darunter die Banksia oreophila und die Banksia ornata aus Australien, sind von Bedeutung. Sie benötigen Hitze, um ihre Früchte zu öffnen und ihre Samen freizugeben. Dr. Sabine Etges, die wissenschaftliche Leiterin des Gartens, erklärt, dass das Öffnen der Früchte sogar nach einer Simulation mit einem Gasbrenner erfolgt. Solche Anpassungen sind nicht nur beeindruckend, sondern auch prägend für die Entwicklung dieser Pflanzen.
Die Vielfalt der Pyrophyten
Doch die pyrophytischen Wunder hören hier nicht auf. Der Garten beherbergt auch eine Reihe weiterer Pflanzen, die sich auf einzigartige Weise an Feuer angepasst haben. Dazu zählen:
- Kork-Eiche (Quercus suber) – regeneriert sich aus verkohlten Bereichen.
- Erdbeerbaum (Arbutus) – treibt unterirdisch aus.
- Eukalyptus (Eucalyptus) – verfügt über „Lignotubern“ für das Austreiben nach einem Brand.
- Grasbäume (Xanthorrhoea) – schützen sich mit einer „Strohtunika“ aus abgestorbenen Blättern.
Eine interessante Eigenschaft vieler dieser Pflanzen ist ihre dicke Borke, die sie vor den Flammen schützt. Dennoch gibt es auch Arten, die brennen können, jedoch aus ihren unterirdischen Organen wieder neu austreiben. Solche Überlebensstrategien sind in heißen, trockenen Regionen erforderlich und zeigen, wie wichtig die Anpassungsfähigkeit der Pflanzen istWikipedia ergänzt.
Unter den beeindruckenden Bäumen im Garten finden sich auch verschiedene Mammutbaumarten, die durch ihre dicke Borke hervorragend gegen Grundfeuer geschützt sind. Und während die Kanaren-Kiefern (Pinus canariensis) ähnliche Eigenschaften aufweisen, sind sie doch anfällig, wenn das Feuer die Krone erreicht. Bedienungen der Natur sind oft widersprüchlich und zeigen die Strukturen komplexer Ökosysteme.
Besuch im Botanischen Garten
Falls Sie auf der Suche sind nach einem inspirierenden Ausflug, ist der Botanische Garten bis Ende Oktober täglich bis 18:00 Uhr und von November bis Februar wochentags bis 16:00 Uhr geöffnet. Er erstreckt sich über etwa 8 Hektar und ist Teil des Frischluft- und Grüngürtels von Düsseldorf. Jährlich erfreuen sich rund 100.000 Besucher an der Pflanzenvielfalt und dem schönen Ambiente.HHU informiert zudem über ein vielfältiges Vortrags- und Führungsprogramm sowie einen kostenfreien Audioguide in Deutsch und Englisch.
Ein besonderes Highlight ist das Citizen Science-Projekt, bei dem die Vielfalt der Wildarten über eine App dokumentiert werden kann. So wird nicht nur das Interesse an Botanik gefördert, sondern auch eine aktive Teilnahme und Unterstützung der Forschung ermöglicht. Der Freundeskreis Botanischer Garten der HHU trägt dazu bei, die wertvolle Arbeit im Garten zu sichern und zukünftige Gärtnerinnen und Gärtner in der Fachrichtung „Staudengärtnerei“ auszubilden.
In dieser kombinierten Erfahrung aus Bildung, Natur und Wissenschaft wird deutlich, wie wichtig es ist, die gemeinsamen Wurzeln zu erkennen und zu verstehen, die auch mit dem Element Feuer verbunden sind.