In der aktuellen Debatte über Klimaschutz und nachhaltige Lösungen rückt eine bemerkenswerte Technologie immer mehr ins Rampenlicht: die Gasfermentation. Dieses innovative Verfahren könnte nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten, sondern auch im Kontext des Pariser Abkommens von 2015 eine wichtige Rolle spielen. Damals haben sich 195 Länder verpflichtet, den Anstieg der globalen Temperatur auf maximal zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Um dies zu erreichen, sind drastische Maßnahmen erforderlich, die den Bedarf an kohlenstoffarmen Brennstoffen und Chemikalien betonen.
Das Projekt „Gasfermentation“ wird am Institut für biotechnologische Verfahrenstechnik (IBVT) der Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit Partnern wie der Universität Bielefeld, dem Fraunhofer IGB sowie der Schwenk Zement GmbH in Ulm vorangetrieben. Die Projekte, die zwischen 2023 und 2031 laufen, erforschen verschiedene Aspekte der Gasfermentation. Teilprojekt A beispielsweise untersucht die Nutzung von Kalkstein als Ressource für Zement, während ein weiteres Vorhaben die Inwertsetzung von Mischkunststoffen mithilfe von Mikroorganismen beleuchtet. Diese Ansätze sind wichtig, da sie das Potenzial haben, die Emission von Treibhausgasen erheblich zu reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Die Herausforderungen und Chancen der Biomasse
Biomasse spielt bei der Gasfermentation eine zentrale Rolle. Sie ist eine erneuerbare und nicht-fossile Quelle, die in der Lage ist, große Mengen Öl- und Gasreserven zu ersetzen, die andernfalls ungenutzt bleiben müssten. Laut pmc.ncbi.nlm.nih.gov macht Biomasse bereits etwa 10% der globalen Energieversorgung aus. Insbesondere lignocellulosische Biomasse kann in Biokraftstoffe umgewandelt werden. Hierbei ist das Verfahren der Gasfermentation vorteilhaft, da es die Biomasse vollständig nutzt und weniger energieintensive Bedingungen erfordert als traditionelle Methoden wie den Fischer-Tropsch-Prozess.
Aktuelle Entwicklungen in der Gasfermentation zeigen, dass Unternehmen wie INEOS Bio und LanzaTech bereits Pilotanlagen betreiben, die zukunftsweisende Technologien zur Umwandlung von Abfällen in wertvolle Energieträger nutzen. Diese Art der Prozesse könnte nicht nur zur Herstellung von Ethanol beitragen, sondern auch signifikante Treibhausgasreduktionen im Vergleich zu herkömmlichen fossilen Brennstoffen ermöglichen.
Der Verkehrssektor als Schlüsselbereich
Im Hinblick auf den Verkehrssektor, der bisher den geringsten Anteil an erneuerbaren Energien aufweist, stellt umweltbundesamt.de fest, dass Biokraftstoffe hier eine entscheidende Rolle spielen könnten. Besonders Biodiesel, hydriertes Pflanzenöl (HVO) und Bioethanol könnten bis 2024 signifikante Mengen an vermiedenen Treibhausgasemissionen liefern. In diesem Sektor könnte die Gasfermentation insbesondere dann große Potentiale entfalten, wenn es gelingt, die erzeugten Biokraftstoffe effizient einzusetzen.
Der Weg hin zu einer nachhaltigeren Energiezukunft ist also gepflastert mit Herausforderungen, aber auch mit vielversprechenden Ansätzen. Die Forschungen zum Thema Gasfermentation könnten einen wertvollen Beitrag zu den globalen Klimazielen leisten und dabei helfen, den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu vollziehen.