Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im wissenschaftlichen Bereich gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein aktuelles Forschungsprojekt an der Universität Göttingen, das unter dem Titel „Paraphrase Types“ firmiert, widmet sich der Herausforderung, KI-generierte Texte von menschlichen zu unterscheiden. Dieses Projekt wird mit etwa 340.000 Euro über drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Dr. Terry Ruas, leitet die Forschungsgruppe „Analyse wissenschaftlicher Informationsressourcen“ und ist optimistisch, dass durch die Identifizierung von „Fingerabdrücken“ in KI-Texten, eine zuverlässigere Unterscheidung möglich ist. Der Ansatz der Forscher geht über das bisher übliche binäre System hinaus, das lediglich die Ähnlichkeit von Absätzen analysiert. Während herkömmliche Erkennungsprogramme oft an ihre Grenzen stoßen, besonders wenn es um umgeschriebene Texte geht, könnte das neue Projekt für die Plagiatserkennung von großer praktischer Relevanz sein. Zudem wird es internationale Kooperationen, beispielsweise mit dem National Institute of Informatics in Japan, geben.
Wissenschaftliche KI-Tools im Überblick
Das wachsendes Angebot an KI-gestützten Tools zur Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten ist ebenfalls bemerkenswert. Während die Universität Göttingen ihren Fokus auf die Textanalyse legt, bieten andere Institutionen verschiedene Hilfsmittel an, um die Forschungs- und Schreibprozesse zu erleichtern. Elicit beispielsweise ermöglicht eine KI-basierte Literatursuche und Bewertung von Quellen, was die Vorbereitung systematischer Reviews erheblich vereinfacht. Laut der Universität Duisburg-Essen bietet Elicit auch Funktionen zur Filterung nach Publikationsdatum und Journal Ranking.
Darüber hinaus gibt es diverse Anwendungen, die speziell für komplexe Aufgaben wie Präsentationen entwickelt wurden. Tools wie Gamma und Tome beschleunigen die Erstellung wissenschaftlicher Präsentationen, indem sie Inhalte in kürzester Zeit in ansprechende Formate verwandeln. Gamma schafft dies sogar bis zu zehnmal schneller als herkömmliche Programme, während Tome einen besonderen Schwerpunkt auf visuelles Geschichtenerzählen legt. Diese Entwicklung zeigt, wie KI auch bei der Präsentation von Forschungsergebnissen unterstützen kann.
Verantwortungsvoller Umgang mit KI
Die Herausforderungen, die mit der Nutzung von KI-Tools einhergehen, sind jedoch nicht zu unterschätzen. Hochschulen arbeiten an Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz und betonen die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Technologie. Dabei gilt es, Fragen des Datenschutzes und der Urheberrechte zu berücksichtigen, insbesondere in einem akademischen Kontext.
Ein weiteres interessantes Tool ist StudyTexter, das eine All-in-One-Lösung für wissenschaftliche Texte bietet, insbesondere für die deutschsprachigen. Dieses Programm nutzt KI-Modelle wie GPT-4 für die Erstellung von Arbeiten einschließlich Literaturrecherche und Plagiatsprüfung. Solche Entwicklungen machen es klar, dass die Integration von KI in den akademischen Alltag nicht nur das Arbeiten selbst verändert, sondern auch die gesamte Landschaft des wissenschaftlichen Publizierens und Forschens.
Es bleibt zu beobachten, wie sich diese Technologien weiterentwickeln und welche neuen Erkenntnisse sie im Hinblick auf die Unterscheidung zwischen menschlichen und KI-generierten Texten bringen werden. Und wie gesagt: Da liegt was an, und der Fortschritt ist in vollem Gange!
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Seiten der Universität Göttingen, Universität Duisburg-Essen und Brofessor.