Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) setzt auf Nachhaltigkeit und plant als erste Universität in Deutschland, zum analogen Semesterbetrieb überzugehen. Dieses ambitious Ziel verfolgt die HHU mit der Absicht, den Energieverbrauch der Universität drastisch zu senken. Rund 30.000 Studierende werden in den kommenden Semestern in den Genuss dieses neuen Konzepts kommen, das bereits ab dem Sommersemester 2026 erste Maßnahmen umsetzen will.
Im Kontext eines wandlungsfähigen Hochschulsystems hat die HHU erkannt, dass die Reduzierung von energieintensiven Technologien notwendig ist. Die Datenspeicher der Universität sowie WLAN und Lüftungsanlagen in Serverräumen erfordern einen hohen Energieaufwand, der so schnell wie möglich verringert werden soll. Eine der radikalsten Änderungen ist der Verzicht auf PowerPoint-Präsentationen in den Lehrveranstaltungen. Stattdessen kehren traditionelle Lehrmethoden zurück: Tafeln und sogenannte „Schiefer in Tablet-Größe“ werden wieder eingesetzt, um Informationen zu vermitteln. Zu Semesterbeginn erhalten die Studierenden Skripte im Printformat, um den virtuellen Ressourcenverbrauch weiter zu minimieren.
Neues Kommunikationstool für Studierende
Ein weiteres interessantes Element der Analogisierung ist das „Walk & Shout System“, das für universitätsweite Updates sorgt. Dazu gehört auch die Mobile Acoustic Broadcast Unit (MABU), die campusweite Kommunikation auf innovative Weise ermöglichen soll. Messenger-Dienste werden aus dem Kommunikationsmix entfernt, E-Mails dürfen nur in Ausnahmefällen genutzt werden, was die Studierenden dazu auffordert, sich regelmäßig an den schwarzen Brettern der Fakultäten zu informieren – mindestens einmal pro Woche. Das nostalgische Rohrpostsystem erfährt zudem eine Wiederbelebung, um die interne Kommunikation zu optimieren.
Wie die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) berichtet, sind solche Ansätze nicht neu. Im Jahr 2002 riefen die Vereinten Nationen die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ ins Leben, die das Ziel hatte, das Nachhaltigkeitskonzept in Bildungseinrichtungen zu stärken. Deutsche Hochschulen bekennen sich seither zum Leitbild der Nachhaltigkeit und integrieren diese Prinzipien in Forschung und Lehre. Gerade die HHU zeigt, wie Hochschulen neue Wege beschreiten können, um partizipativ und umweltbewusst zu agieren.
Die Ideen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung kommen nicht von ungefähr. Der Austausch zwischen Bildungsinstitutionen und der Politik ist entscheidend, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Die HHU hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum 31. Dezember 2027 ihre Analogisierungsmaßnahmen abzuschließen und damit einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft zu leisten.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie diese herausfordernde Transformation in der Praxis umgesetzt wird und welche neuen Erfahrungen die Studierenden bei diesem besonderen Lehransatz sammeln werden.