In der heutigen digitalen Welt, in der soziale Medien wie TikTok, Instagram und YouTube den Informationsfluss dominieren, wird es für junge Menschen immer schwieriger, zwischen echten Nachrichten und politischer Desinformation zu unterscheiden. Dieses Phänomen hat die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) veranlasst, das Forschungsprojekt WIEGE (Wiederholt getäuscht) ins Leben zu rufen. Mit einer Förderung von 2,1 Millionen Euro über drei Jahre durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) soll die Medienkompetenz Jugendlicher gestärkt werden. Dabei wird das Projekt von Prof. Dr. Thomas Zerback vom Institut für Sozialwissenschaften der HHU geleitet und umfasst viele interdisziplinäre Partner, darunter das GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und das Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Wie die bmbf.de berichtet, ist die Förderung von Projekten zur Desinformationsforschung ein zentraler Bestandteil der aktuellen Förderstrategie des BMFTR. Die Ministerin Dorothee Bär hebt hervor, dass die Erforschung von Desinformation und der damit verbundenen gesellschaftlichen Resilienz, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Deepfakes, von großer Bedeutung ist.

Ziele des Projekts WIEGE

Das Projekt verfolgt vier zentrale Ziele: Erstens soll eine offene und dauerhaft nutzbare Datenbasis zu politischer Desinformation erstellt werden. Zweitens werden KI-basierte Verfahren zur automatisierten Erkennung von Desinformation entwickelt und validiert. Drittens liegen die Forschungsschwerpunkte auf den Auswirkungen wiederholter Desinformation auf die Einstellungen, das Vertrauen und das politische Handeln junger Menschen. Schließlich stehen die Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz gegenüber Falschinformationen im Fokus.

Forschungsmethoden und Ergebnisse

Im Rahmen von WIEGE werden Daten aus verschiedenen Social-Media-Plattformen gesammelt und annotiert. Diese Daten umfassen sowohl Posts als auch Nutzerkommentare, wobei die Prognosen über den Wahrheitsgehalt auf diesen Grundlagen getroffen werden. Besondere Beachtung finden die KI-gestützten Analyseverfahren, die dazu dienen, Desinformation zu identifizieren. Die Erkenntnisse aus Experimenten und repräsentativen Befragungen werden verwendet, um die Medienkompetenz von Jugendlichen zu stärken. Hierzu sind konkrete Maßnahmen wie Unterrichtskonzepte und Social-Media-Formate geplant, die in Schulen implementiert werden sollen.

Wenn Jugendliche politische Informationen vermehrt aus sozialen Medien beziehen, eröffnet dies zwar neue Möglichkeiten der politischen Teilhabe, bringt jedoch auch das Risiko mit sich, verleitet zu werden. Das Misinformation-Problem zeigt, wie wichtig es ist, den kritischen Umgang mit Medien zu fördern. Unklarheiten über Definitionen und Abgrenzungen dieser Begriffe verstärken oft die Verwirrung. Wie die bpb.de beschreibt, ist die Verbreitung von Fake News und Desinformation ein zunehmend ernsthaftes Problem, das gezielte Ansätze erfordert.

Angesichts dieser Herausforderungen haben Experten betont, dass ein integrativer Ansatz zur Medienkompetenz entscheidend ist. Faktenchecks, frühzeitige Interventionen und Sensibilisierungsmaßnahmen sind nur einige der wichtigsten Strategien, um dem Anstieg von Desinformation entgegenzuwirken. WIEGE zielt darauf ab, Jugendlichen die nötigen Fähigkeiten zu vermitteln, um kritische und resiliente Mediennutzer zu werden, und damit den demokratischen Prozess zu schützen.