Die Universität Hohenheim in Stuttgart hat sich eindringlich mit der aktuellen Situation im Iran beschäftigt. In einer Erläuterung unterstreicht der Rektor, Prof. Dr. Christoph Schneider, die zentrale Rolle von Menschenrechten und Meinungsfreiheit für die Wissenschaft. Er betont, dass die Menschenrechte die Basis für Wissenschaftsfreiheit und internationale Zusammenarbeit bilden. Über 70 Studierende und Promovierende aus dem Iran sind an der Universität eingeschrieben, was die aktive Teilnahme der iranischen Community an der akademischen Diskussion verdeutlicht. Neben diesen Studierenden engagieren sich auch zahlreiche Universitätsangehörige mit iranischen Wurzeln in der Gemeinschaft der Hochschule.

Viele dieser Studierenden sind durch die aktuellen Geschehnisse in ihrem Heimatland stark belastet. Bereits seit dem Tod von Jina Mahsa Amini vor fast zwei Jahren haben Proteste an iranischen Universitäten zugenommen. Dieser tragische Vorfall, bei dem Amini wegen „unislamischer Kleidung“ festgenommen wurde und unter umstrittenen Bedingungen starb, hat den Unmut von Studierenden und der breiten Bevölkerung geweckt. Es ist bedeutend zu erwähnen, dass Bildung in der iranischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat und Fast die Hälfte der jungen Iraner an einer Universität eingeschrieben ist, was die gesellschaftliche Bedeutung von Hochschulbildung unterstreicht. Trotz des ideologischen Drucks des Regimes an Universitäten setzen viele Studierende ihre Stimmen für Wandel und Gerechtigkeit ein.

Solidarität und Unterstützung

Die Universität Hohenheim zeigt auch Solidarität mit Universitätsangehörigen aus anderen Krisenregionen. Der Prorektor, Prof. Dr. Andreas Pyka, hebt hervor, dass Hochschulen Orte des Dialogs und der Vielfalt sind, wo unterschiedliche Meinungen und Hintergründe zusammentreffen sollen. In diesem Zusammenhang hat die Universität psychologische Unterstützung für Studierende und Promovierende in Ausnahmesituationen eingerichtet, um denjenigen zu helfen, die unter den aktuellen Umständen leiden.

Die Repressionen durch das iranische Regime sind nicht zu übersehen. Laut Berichten werden Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten diskriminiert und erleben willkürliche Festnahmen sowie Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse. Darüber hinaus sind die Menschenrechtsbedingungen im Iran katastrophal, was zu einem Rückgang des Engagements der Studierenden in manchen Fällen geführt hat. Dennoch bleibt der Geist der Veränderung an den Universitäten bestehen. Viele Studierende hatten sich bereits in der Vergangenheit mobilisiert, wie während der Proteste 1979, die zum Sturz der Schah-Monarchie führten.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die internationale Gemeinschaft und die Hochschulen, wie die Universität Hohenheim, zur Wahrung der Menschenrechte und zur Förderung von Freiheiten in Ländern wie Iran beitragen müssen. In der Hoffnung auf positive Veränderungen bleibt auch die Stimme der Studierenden im Iran unverzichtbar, während sie weiterhin für ein besseres Leben und mehr Freiheiten kämpfen.