Wie beeinflussen soziale Medien die Jugend? Eine Frage, die viele beschäftigt und die aktuell besonders im Fokus steht. Über 80% der Jugendlichen in Deutschland nutzen täglich soziale Medien, und das durchschnittlich mehr als drei Stunden pro Tag. Diese intensive Nutzung hat verschiedene Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Menschen, berichtete die Katholische Universität. Professorin Dr. Annika Sehl zieht aus ihren Forschungen zur intensiven Social-Media-Nutzung alarmierende Schlüsse.

Die Studienlage ist zwar noch dünn, doch zeigen sie klare Zusammenhänge zwischen der häufigen Nutzung und psychischen Belastungen. Dazu zählen depressive Verstimmungen, Angstsymptome sowie Probleme mit Aufmerksamkeit und Schlaf. Ein einfaches Verbot von Social Media sei jedoch nicht der richtige Weg. Die Wissenschaftlerin betont vielmehr, dass altersabhängige Zugangsbeschränkungen und klare Vorgaben zur Ausgestaltung der Angebote notwendig sind. Ziel sollte es sein, einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien zu fördern.

Vorschläge für Maßnahmen

Die Herausforderung liegt darin, die richtige Balance zu finden. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert ebenfalls mehr Jugendschutz und schlägt vor, dass Kinder unter 13 Jahren keine Social Media Accounts besitzen sollten. Jugendliche ab 13 Jahren könnten diese Nutzung zwar unter elterlicher Aufsicht haben, jedoch mit klaren Schutzregeln, insbesondere für diejenigen unter 18 Jahren. Keine personalisierte Werbung und kein Erstellen von Nutzerprofilen sind dabei wesentliche Aspekte dieser Empfehlungen. Diese Auffassungen werden auch durch Tagesschau unterstützt.

Die aktuellen Daten belegen zunehmende Probleme: Jugendpsychologin Silvia Schneider stellt fest, dass bereits 71% der 12- bis 13-Jährigen TikTok nutzen. Eine Suche, die nicht ohne Risiken ist, da eine intensive Nutzung mit Belastungen wie Depressionen und Angstzuständen in Verbindung steht. Um dem entgegenzuwirken, befürworten Experten eine altersgerechte Schulung in Medienkompetenz, die in Schulen bis zur 10. Klasse verankert werden sollte.

Die Rolle der Schulen und Familien

Eltern und Schulen sind in dieser Thematik integrale Partner. Während Schulen dazu berufen sind, systematisch Medienkompetenz zu vermitteln, müssen Eltern auch in den Familienalltag klare Regeln für den Umgang mit sozialen Medien etablieren, die im Dialog zwischen Elternhaus und Schule ausgehandelt werden. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, jederzeit das Vertrauen zu ihren Eltern zu haben, auch wenn sie möglicherweise negative Erfahrungen gemacht haben. Mit den richtigen Informationsangeboten sollte es Eltern erleichtert werden, gesunde Mediennutzung zu fördern.

Das Zusammenspiel von Elternhaus, Schule und Plattformregulierung macht in diesem Kontext die effektive Regulierung aus. Der Bundeszentrale für politische Bildung weist darauf hin, dass die Verantwortung auch bei den Plattformbetreibern liegt, gefährliche Inhalte zu moderieren und anzupassen, um damit die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten.

Insgesamt ist klar, dass es in der heutigen Zeit unabdingbar ist, Jugendlichen beim Umgang mit sozialen Medien Unterstützung zu bieten. Ob es um die Förderung von digitaler Bildung oder das Schaffen von gemeinsamem Verständnis geht, die Verantwortung liegt bei uns allen.