Die Katholische Universität (KU) feiert in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum: Seit zehn Jahren ist sie die einzige deutsche Universität, die das EMASplus-Zertifikat trägt. Dieses Zertifizierungssystem erweitert das herkömmliche EMAS (Eco Management and Audit Scheme) um soziale und ökonomische Aspekte, was die KU zur Pionierin in Sachen Nachhaltigkeitsstrategien macht. Professor Klaus Stüwe hebt die Vorreiterrolle der Universität hervor und betont, dass die Integration von Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre sowie in alle Bereiche des Universitätsbetriebs ein zentrales Anliegen darstellt.

Aber was bedeutet das konkret für die KU? EMAS bewertet die Umweltleistung der Hochschule anhand wichtiger Kennzahlen wie dem Strom- und Wasserverbrauch. Ein transparenter Umgang mit den erzielten Fortschritten ist dabei unerlässlich, denn die Universität muss jährlich eine validierte Umwelterklärung veröffentlichen. Mitarbeitende und Studierende sind aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden, wodurch nicht nur kontinuierliche Verbesserungen, sondern auch ein größeres Bewusstsein für Umweltfragen innerhalb der Gemeinschaft gefördert werden.

Nachhaltigkeitsmaßnahmen der KU

Im Rahmen dieser EMASplus-Zertifizierung hat die KU bereits signifikante Erfolge erzielt. In den letzten zehn Jahren sank der Papierverbrauch um beeindruckende zwei Drittel, während der Einsatz von Recyclingpapier deutlich erhöht wurde. Zudem hat die Universität seit 2015 rund ein Drittel ihres Stromverbrauchs eingespart. Ein bemerkenswerter Schritt ist der vollständige Umstieg auf Ökostrom seit 2012, was zu einer Reduktion der CO2-Emissionen um etwa 75% führte.

Zusätzlich wird in der KU auch die Dienstwagenflotte nachhaltig gestaltet und die E-Mobilität gefördert. Angebote wie das Job Rad und die Mobilitätsapp „goFLUX“ tragen aktiv zur Förderung umweltfreundlicher Mobilität bei. Auch in den Außenanlagen wird Biodiversität aktiv unterstützt, was einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht leistet. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist zudem fester Bestandteil der Lehre und Forschung der Universität.

Mit dem Titel als Fairtrade-University bezieht die KU klar Stellung für soziale Verantwortung. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms werden konkrete Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern formuliert, die das Engagement der Universität verstärken. Diese umfassen unter anderem die Förderung von Gleichberechtigung und die Integration von Arbeits- und Gesundheitsschutz. Studierende haben außerdem die Möglichkeit, im Green Office aktiv an der Gestaltung von Nachhaltigkeitsinitiativen mitzuwirken.

Ein Blick in die Zukunft

Die KU arbeitet eng mit Partnern aus der Gesellschaft und der Wirtschaft zusammen, um Nachhaltigkeitsziele effektiv umzusetzen. Diese Zusammenarbeit ist nicht nur ein Teil des Bildes, sondern auch ein wichtiger Aspekt für die zukünftige Ausrichtung der Universität. Die Verbindung von ökologischer und sozialer Verantwortung ist Teil ihrer Vision für eine nachhaltige Zukunft.

Die Grundlagen für solche Initiativen sind auch im europäischen Kontext verankert. So beschreibt das EMAS-System, das auf der DIN ISO 26000 aufbaut, die Integration von wirtschaftsethischen Werten und unternehmerischer Verantwortung in die Unternehmensstrategie und Geschäftsprozesse. Das zeigt, wie wichtig anerkannte Standards für das Nachhaltigkeitsmanagement sind und wie sie helfen, verantwortungsvolles Handeln messbar zu machen, was letztlich auch die Transparenz in der Berichterstattung erhöht. Weitere Informationen zu den Fortschritten und Rahmenbedingungen findet man in den umfassenden Berichten zum Thema Nachhaltigkeit auf der Webseite von EMAS.

Insgesamt bekräftigt die KU durch ihre verschiedenen Maßnahmen und ihren gewissenhaften Ansatz, dass nachhaltiges Handeln nicht nur eine Option, sondern eine Verantwortung ist, der sich Bildungseinrichtungen in der heutigen Zeit stellen müssen. So bleibt die Universität auch in den kommenden Jahren ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit.