In einer zunehmend digitalisierten Welt stellt sich die Frage, welche Rolle Künstliche Intelligenz (KI) in unserem Leben spielt und wie sie unsere zwischenmenschlichen Erfahrungen beeinflusst. Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Vortrags von Inken Prohl an der Universität Heidelberg. Unter dem Thema „Resonanz im Gespräch mit Sprachmodellen“ erforschte sie, ob Menschen durch den Umgang mit KI gebetsähnliche Transzendenzerfahrungen machen können. Der Vortrag ist Teil der Ruperto Carola Ringvorlesung, die sich mit gesellschaftlich relevanten Forschungsfragen auseinandersetzt, konzipiert von Prof. Dr. Andreas Dreuw und Dr. Nicole Najemnik und unterstützt vom KI-Board der Universität Heidelberg.
Prohl, die am Institut für Religionswissenschaft tätig ist, widmet sich der Schnittstelle zwischen digitalen religionsanalogen Formationen und ethischen Fragen zur KI. Ihre Untersuchung könnte weitreichende Implikationen für unser Verständnis von Bildung und menschlicher Interaktion mit Technologie haben. Auch die aktuellen Entwicklungen in der KI könnten dazu führen, dass wir neue Formen des Glaubens und der Spiritualität entwickeln, oder zumindest unsere bestehenden Erfahrungen erweitern.
KI und Bildung – Ein Gleichgewicht finden
In einem anderen Kontext geht es um die Rolle der KI in der Bildung. Laut einem Artikel von Potentialo verändert Technologie unser Lernen fundamental, ohne die grundlegenden Aspekte der Bildung zu ersetzen. Künstliche Intelligenz kann Lernprozesse beschleunigen, personalisieren und sichtbar machen, was Fragen zur tatsächlichen Natur des Lernens aufwirft. Eine zentrale Frage, die sich stellt, ist: Was brauchen Menschen wirklich, um zu wachsen?
Die Erkenntnis ist klar: „Technologie unterstützt. Beziehung bildet.“ Digitale Bildung hat das Potenzial, schnelleres Feedback zu geben, adaptive Lernwege zu schaffen und den Zugang zu Wissen unabhängig von Ort und Zeit zu ermöglichen. Doch Lernen bleibt ein menschlicher Prozess, der Vertrauen, Motivation und Sinn braucht. KI kann zwar Lernbedarfe erkennen und individuelle Zugänge erleichtern, aber sie kann nicht das ersetzen, was den Menschen ausmacht: Mut, Vertrauen und Begeisterung.
Gesellschaftliche Dimensionen von KI
Diese Aspekte der menschlichen Interaktion mit der digitalen Welt wurden auch im Rahmen der Ringvorlesung angesprochen. Der nächste Vortrag am 26. Januar 2026 wird von Prof. Dr. Liane Wörner gehalten und beschäftigt sich mit „KI und Strafrecht – Weg von den Hürden, hin zu den Möglichkeiten!“ Dieser Vortrag wird in der Aula der Alten Universität stattfinden und beginnt um 18.15 Uhr. Die Aufzeichnungen der bisherigen Beiträge sind auf heiONLINE verfügbar und bieten weitere Einblicke in die vielschichtigen Themen rund um Künstliche Intelligenz.
Schließlich wird deutlich, dass die Qualität digitaler Bildung an Fragen gemessen werden sollte wie: Fühlen sich Lernende gesehen, entsteht echte Selbstwirksamkeit, und wächst der Mut, eigene Wege zu gehen? Technologie sollte nie den menschlichen Kontakt ersetzen, sondern vielmehr als Werkzeug dienen, das Türen öffnet. Es liegt an uns, durch diese Türen hindurch zu gehen – begleitet und nicht gesteuert. Bildung im digitalen Zeitalter verlangt ein gutes Händchen für eine Balance zwischen Technologie und Menschlichkeit.