Über 12 Millionen Menschen weltweit leben unter dem Sammelbegriff Roma, wobei etwa 10 Millionen in Europa ansässig sind. Dies macht die Roma zur größten ethnischen Minderheit Europas. Ein Licht auf das künstlerische und literarische Schaffen dieser Gemeinschaft wirft die bevorstehende Veranstaltungsreihe an der Universität Passau, die vom Passau International Centre for Advanced Interdisciplinary Studies, der Professur für Romanistik und dem Verein Ceija Stojka International Association organisiert wird. Die Reihe ist eine Hommage an die Kunst, Literatur und den Film von Roma und Sinti.

Highlights der Veranstaltungsreihe

Vom 2. bis zum 24. März 2026 wird die Ausstellung „Ceija Stojka: ‚Sage Ja zum Leben‘ – Träume, Hoffnung, Utopien“ in der Zentralbibliothek der Universität Passau präsentiert. Die Eröffnung findet am 5. März um 18 Uhr statt und wird von Reden von Universitätsvertretern, Michelle Berger vom Verband deutscher Sinti und Roma sowie Romani Rose vom Zentralrat deutscher Sinti und Roma begleitet. Zudem wird Nuna Stojka aus den Gedichten ihrer Tante Ceija Stojka lesen, während die Band „Amenza Ketane“, gegründet von Ceija und ihrem Sohn Hojda Stojka, für musikalische Begleitung sorgt.

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Die Ausstellung selbst zeigt eine beeindruckende Sammlung von Texten und Bildern der Künstlerin, die von 1990er Jahren bis zu ihrem Tod im Jahr 2013 international ausstellte. Ceija Stojka, bürgerlich Margarete Horvath-Stojka, wurde am 23. Mai 1933 in Kraubath an der Mur, Steiermark, geboren und überlebte als Kind die brutalsten nationalsozialistischen Konzentrationslager, darunter Auschwitz. Von ihrer Familie überlebten nur sechs von etwa 200 Verwandten, eine erschütternde Bilanz des Holocaust. Stojka selbst fand nach dem Krieg Zuflucht in Wien und begann ihre künstlerische Karriere, um das Schicksal der Roma sichtbar zu machen.

Interaktives Lernen und Austausch

Am 4. März 2026 wird ein interaktiver Workshop mit dem Titel „Hoffnung – Das war was uns stärkte“ stattfinden. Dieser Workshop bietet nicht nur eine Lesung von Nuna Stojka, sondern auch eine Präsentation über Ceija Stojkas Werke durch Carina Kurta. Ziel des Workshops ist die Reflexion über Optimismus, Toleranz und Resilienz, Werte, die das Leben von Ceija Stojka prägten. Der Workshop ist öffentlich zugänglich und richtet sich an Teilnehmer ab 11 Jahren.

Das Programm wird mit einem zweitägigen Kolloquium vom 6. bis 7. März 2026 abgeschlossen, das sich unter dem Thema „Dreams, Hopes, Utopias in Literature, Film, and Art by Roma and Sinti in Europe“ mit der Entwicklung eines theoretischen Rahmens zur Interpretation der Werke von Roma und Sinti beschäftigt. Wissenschaftler und Künstler aus Europa und Nordamerika werden daran teilnehmen und sich mit der Verbindung von Forschung, musikalischen Darbietungen und Lesungen befassen.

Ceija Stojka, die auch als bedeutende Malerin und Stimme in der Roma- und Sinti-Emanzipationsbewegung gilt, nutzt ihre Kunst als Ausdrucksmittel und Quelle der Lebensfreude. Ihre Werke, die von bunten Naturmotiven bis hin zu dunklen Darstellungen ihrer Erfahrungen während des Holocaust reichen, wurden in zahlreichen Ländern ausgestellt, darunter Deutschland, Österreich, Japan und Tschechien. Stojka prägte auch das kulturelle Erbe ihrer Familie, das viele einflussreiche Mitglieder umfasst, und war in Dokumentationen, wie dem Film „Ceija Stojka“, zu sehen, der die Verbindungen innerhalb der Familie und ihre Identität thematisiert.

Alle Veranstaltungen der Reihe sind öffentlich zugänglich und kostenlos, was dazu beiträgt, das Bewusstsein für die Vergangenheit der Roma und Sinti zu schärfen und ihren künstlerischen Ausdruck zu feiern. Die Veranstaltungsreihe ist nicht nur eine Anerkennung von Ceija Stojkas Vermächtnis, sondern auch eine Einladung zur Reflexion über die Lebensrealitäten der Roma in Europa heute.

Mittels solcher Veranstaltungen wird die Erinnerungskultur lebendig gehalten und die Stimmen der Roma und Sinti in den Mittelpunkt gerückt. Universität Passau berichtet von dieser wichtigen Initiative, die dem Erbe und der Identität der Roma gewidmet ist, während Wikipedia weitere Details über das bewegte Leben von Ceija Stojka bietet. Wer sich intensiver mit den Kunstwerken von Ceija Stojka auseinandersetzen möchte, findet interessante Informationen auch auf romarchive.eu.