In der Aula der Universität Mannheim findet am 23. Februar 2026 ein einzigartiges Gesprächskonzert mit dem Titel „Musik gegen das Vergessen“ statt. Dies ist nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern auch eine Gelegenheit, die Bedeutung von Kunst in schwierigen Zeiten zu reflektieren. Die Veranstaltung stellt Werke vor, die in direktem Zusammenhang mit dem Holocaust stehen. Gezeigt werden Kompositionen von Gertrud Schweizer und Gideon Klein, zwei talentierten jüdischen Komponisten, die beide in Auschwitz ums Leben kamen.

Musik hat während des Holocausts eine große Rolle gespielt. Sie wurde von den Menschen als ein Mittel des Ausdrucks und zur Flucht aus der grausamen Realität genutzt. Im Ghetto Łódź etwa traten Straßenmusiker wie Jankele Herschkowitz auf, während in Warschau Musikaufführungen trotz behördlicher Zensur stattfanden. Diese Verbindungen zur Vergangenheit zeigen, wie Kunst den Menschen half, ihre Menschlichkeit zu bewahren und Trost in einer Zeit der Verfolgung zu finden. Das zeigt auch Yad Vashem: Musik war ein entscheidender Bestandteil des Lebens in den Ghettos.

Programm und Diskutierende

Das Konzert wird von Mitgliedern der Mannheimer Philharmoniker aufgeführt und ist durch ein Podiumsgespräch ergänzt. Hier werden die biografischen Hintergründe der gespielten Werke beleuchtet, sowie die Rolle der Kunst als Mittel zur Selbstbehauptung. Diskutieren werden künftige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Prof. Dr. Andrea Löw, Historikerin am Zentrum für Holocaust-Studien, sowie Dr. Christian Groh, Historiker und Leiter der Abteilung Ausstellungen am MARCHIVUM. Moderiert wird die Diskussion von Gerrit Bogdahn, einem Musik­wissenschaftler.

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Cornelia Ruhe, Prorektorin für Lehre, und Prof. Dr. Philipp Gassert, Lehrstuhl für Zeitgeschichte, beide an der Universität Mannheim. Der Eintritt ist frei, doch eine vorherige Anmeldung über Eventbrite ist erforderlich. Nach dem Konzert gibt es zudem einen kleinen Empfang, der die Möglichkeit zum Austausch bietet.

Künstlerische Botschaften

Die Aufführungen werfen ein Licht auf die jüdischen Lebenswege und Schicksale, und bekräftigen die Bedeutung von Kunst in der Erinnerungskultur. Kompositionen wie Arnold Schönbergs „A Survivor from Warsaw“ bringen die Schrecken des Holocausts eindringlich zum Ausdruck. Schönberg selbst gab an, dass sein Werk eine Mahnung an die Juden sei, das Geschehene nicht zu vergessen. Solche Werke sind heute nicht nur Teil des Gedenkens, sondern werden auch weiterhin in verschiedenen Musikrichtungen zur Erinnerung an die Opfer des Holocausts kreiert, wie es auch in HfM Weimar berichtet wird.

Der Abend verspricht, tiefere Einblicke in die tragische, aber auch hoffnungsvolle Rolle der Musik während des Holocausts zu geben. Es ist eine Gelegenheit, die Stimmen der Vergangenheit zu hören und das kulturelle Erbe aufrechtzuerhalten.

Für weitere Informationen stehen die Kontaktdaten von Prof. Dr. Philipp Gassert und Katja Bauer, der stellvertretenden Pressesprecherin, zur Verfügung.