An der Universität Hohenheim tut sich einiges im Bereich der Gartenbauwissenschaften. Mit dem Start des Sommersemesters 2026 wird nicht nur eine neue Studienrichtung ins Leben gerufen, sondern auch zwei neue Professuren sowie eine forschungsnahe Infrastruktur etabliert. Die Bewerbungsfrist für alle Interessierten endet bereits am 15. März 2026, sodass potenzielle Studierende sich sputen sollten, um Teil dieser spannenden Entwicklung zu werden.

Ein weiterer Fokus der Universität liegt auf der Forschung zu pflanzenbasierten Wurst- und Käsealternativen mit einem niedrigen Vitamin B12-Gehalt. In diesem Zusammenhang zielt das Projekt „VegVit“, geleitet von den Professoren Jochen Weiss und Herbert Schmidt, darauf ab, eine natürliche Vitaminbildung durch Fermentation mit Mikroorganismen zu ermöglichen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer wachsenden Beliebtheit von vegetarischen und veganen Wurstalternativen, angetrieben von einem zunehmenden Nachhaltigkeitsdenken, Tierwohl und Gesundheitsbewusstsein. Der Markt für pflanzenbasierte Produkte wächst rasant, und die Verbraucher greifen immer häufiger zu Fleischersatzprodukten, was auch in einer Berichterstattung von Fleischwirtschaft zu lesen ist.

Forschung mit Weitblick

Die Herausforderungen in der Nahrungsmittelindustrie sind vielfältig. An der Universität Hohenheim wird auch an einem KI-basierten Tool gearbeitet, das den optimalen Erntezeitpunkt für Faserhanf bestimmen soll. Dr. Patrick Thorwarth von der Landessaatzuchtanstalt leitet dieses Projekt namens „HanfWert“. Die Nutzung von KI könnte hierbei dazu beitragen, die Effizienz und Ertragskraft in der Hanfproduktion wesentlich zu steigern.

Zudem wird das Projekt SAFEspace@work verfolgt, an dem Professorin Ulrike Fasbender beteiligt ist. Es zielt darauf ab, die psychologische Sicherheit in Berufen zu verbessern, die intensive Interaktionen erfordern, wie beispielsweise in der Pflege, im Verkehr oder in der Gastronomie. Ein faires und diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld ist wesentlich für die Zufriedenheit und Leistung der Beschäftigten.

Nachhaltigkeit im Fokus

Das Verbundprojekt „SchouTech“ unter der Koordination von PD Andreas Lemmer arbeitet an der Umwandlung von Güllelagerstätten in kostengünstige Kleinbiogasanlagen. Ein Nachrüst-Kit soll kleineren Betrieben helfen, ihre Investitionskosten zu senken und somit eine nachhaltige Energieerzeugung zu fördern. Dieser Trend, private und landwirtschaftliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen, wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hervorgehoben, die die Bedeutung alternativer Proteinquellen, wie Insekten und In-vitro-Fleisch, diskutiert. Obwohl Insekten in vielen Kulturen der Welt eine lange Tradition als Nahrungsmittel haben und ein günstiges Nachhaltigkeitsprofil aufweisen, haben sie in westlichen Ländern noch mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Die Technologie zur Produktion von In-vitro-Fleisch hingegen steht noch am Anfang und benötigt umfangreiche Weiterentwicklungen, um kosteneffizient sowie regulierungsfähig für den Massenmarkt zu werden.

Dieses Zusammenspiel von Forschung und praktischen Anwendungen zeigt, wie wichtig es ist, verschiedene Bereiche der Wissenschaft zu vernetzen, um innovative Lösungen für die Herausforderungen in der Lebensmittelproduktion und -sicherheit zu finden. Die Entwicklungen an der Universität Hohenheim sind ein vielversprechendes Beispiel dafür, wie man mit Kreativität und Fachwissen an einer nachhaltigeren Zukunft arbeiten kann.