Am 24. Oktober wurde an der Universität Passau ein neues Forschungs- und Reflexionslabor für Demokratiebildung eröffnet. Staatsminister Dr. Florian Hermann konnte zahlreiche Gäste aus verschiedenen Bereichen willkommen heißen. Ziel des Labors ist es, Bildungsangebote zu entwickeln, die eine offene, liberale und menschenrechtsbasierte Demokratie stärken. Damit soll nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch ein Bewusstsein für demokratische Werte gefördert werden.

Im Fokus stehen drei zentrale Themenfelder: Die Lebenswelten in Diktaturen und Demokratien, die Menschenrechtsbildung sowie die gesellschaftlichen Herausforderungen, die durch die Digitalität entstehen. Besonders angesprochen werden sollen Lehramtsstudierende aller Schularten und Fächer, die wichtige Botschafter der Demokratiebildung sind. Universitätspräsident Prof. Dr. Ulrich Bartosch betonte, wie wichtig die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft ist. Nicht zuletzt dankte er Reiner Kunze und mehreren Stiftungen, die zum Aufbau des Labors beigetragen haben.

Leitung und Aktivitäten des Labors

Die Leitung des neuen Labors obliegt Prof. Dr. Inken Heldt, die als Expertin für das politische System der Bundesrepublik Deutschland fungiert. Unterstützung erhält sie durch Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein, die als Geschäftsführerin fungiert. Bereits im Sommersemester 2025 fanden die ersten Lehrveranstaltungen statt, bei denen Zeitzeugengespräche und Exkursionen Teil des Programms waren. Sebastian Ritschel, Intendant des Theaters Regensburg, hielt einen Impulsvortrag darüber, wie Theater als Erfahrungsraum zur Demokratiebildung beitragen kann.

Ein wesentliches Element der Aktivitäten sind auch Podiumsdiskussionen, die eine Vielfalt an Meinungen und Ansichten zusammenbringen. Hier wurde deutlich: Das Labor soll ein offener Ort des Austauschs sein, an dem Herausforderungen der Demokratiebildung angesprochen und gemeinsam bearbeitet werden.

Demokratiebildung im digitalen Zeitalter

Wie wichtig das Thema Demokratiebildung ist, zeigt sich auch an den thematischen Schwerpunkten, die unter digitalen Bedingungen behandelt werden. In diesem Kontext werden Grundlagen, Herausforderungen und Chancen der schulischen Demokratiebildung beleuchtet. Lehrkräfte lernen nicht nur theoretische Konzepte kennen, sondern auch praktische Tools für die Umsetzung von Schulentwicklung im digitalen Kontext. Dieses Wissen soll helfen, die anfänglichen Vorstellungen von Demokratiebildung zu reflektieren und erfolgreiche Bedingungen für die schulische Demokratiebildung zu schaffen, wie uni-trier.de berichtet.

Die Bedeutung von Demokratiebildung erstreckt sich über das Klassenzimmer hinaus. Ein Blick auf die aktuelle Fördermaßnahmen im Bereich Demokratiebildung, die bis 2024 laufen, zeigt, wie entscheidend diese für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Die Förderung von Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität als Grundwerte der Demokratie wird hierbei als unerlässlich erachtet. Durch die aktive Mitgestaltung demokratietischer Prozesse und die Reaktion auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel und die Corona-Pandemie wird die Mobilisierung der Bürger für eine vielfältige Demokratie gefordert, wie empirische-bildungsforschung-bmbfsfj.de hervorhebt.

Zusammengefasst zeigt sich, dass die Entwicklung einer lebendigen und diversen demokratischen Kultur nicht nur ein Anliegen der Universität Passau ist, sondern auch innerhalb der gesamten Bildungslandschaft von großer Bedeutung. Die neue Einrichtung in Passau ist ein Schritt in die richtige Richtung und markiert den Beginn eines wichtigen Gesprächs über die Demokratiebildung der Zukunft.