Heute richtet sich der Blick auf eine besondere Persönlichkeit der Ernährungswissenschaft: Prof. Dr. Anette Buyken von der Universität Paderborn. Sie wurde erneut in den Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) berufen. Dies markiert bereits ihre zweite Amtszeit in diesem ehrenamtlichen und unabhängigen Gremium, das eine Schlüsselrolle in der Entwicklung nachhaltiger Agrar- und Ernährungspolitiken spielt.

Der WBAE setzt sich aus 16 Mitgliedern zusammen, die für drei Jahre berufen werden, um gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen im Agrar- und Ernährungssystem zu analysieren. Dazu gehört die Erstellung von Gutachten und Stellungnahmen zu Themen, die die Mitglieder selbst wählen. So wurde im Juli 2025 das Gutachten „Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch: Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung“ dem Bundesminister Alois Rainer übergeben. Der Beirat wird von Prof. Dr. Achim Spiller von der Georg-August-Universität Göttingen geleitet, und die stellvertretende Vorsitzende ist Prof. Dr. Hiltrud Nieberg vom Johann Heinrich von Thünen-Institut, wie bmleh.de berichtet.

Was genau treibt Prof. Buyken in ihrer Forschung an? Sie leitet die Arbeitsgruppe „Public Health Nutrition“ am Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit in Paderborn, wo sie intensiv den Einfluss von Ernährungsumgebungen auf gesunde Ernährung erforscht. Die Wissenschaftlerin hebt hervor, wie wichtig politische Rahmenbedingungen sind, um eine gesunde und nachhaltige Ernährung in der Gesellschaft zu fördern.

Öffentliche Vorlesungen und Herausforderungen der Ernährungspolitik

Um der Öffentlichkeit einen Einblick in ihre Arbeit zu gewähren, plant der WBAE eine öffentliche Ringvorlesung, die am 6. November 2025 beginnt. Immer donnerstags von 18:00 bis 19:30 Uhr können Interessierte via Zoom teilnehmen und sich mit aktuellen Themen rund um Agrarpolitik und Ernährung auseinandersetzen.

Im Kontext der Veränderungen in der deutschen Agrarlandschaft ist es entscheidend, gesellschaftliche und ethische Anforderungen an das Agrar- und Ernährungssystem zu berücksichtigen. Die Analyse ländlicher Räume und deren Entwicklung zählen ebenfalls zu den Aufgaben des WBAE. So wird die Notwendigkeit von Reformen und Anpassungen in der aktuellen Agrarpolitik besonders deutlich.

Die Forschung zur nachhaltigen Ernährung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel hierfür ist das Forschungsprojekt „Zukunftsfähige Ernährung“ (2002-2006), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Ziel war es, den Zusammenhang zwischen der Agrarwende und dem Ernährungsverhalten zu untersuchen, wobei verschiedene Akteure entlang der Lebensmittelkette analysiert wurden, so nachhaltigeernaehrung.de. Die Ergebnisse könnten wertvolle Hinweise für die aktuelle Diskussion um eine nachhaltige Ernährung liefern.

Insgesamt zeigt sich, dass die Arbeit an einer gesunden und nachhaltigen Ernährungsweise in Deutschland ein interdisziplinäres und vielschichtiges Unterfangen ist, in dem Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Anette Buyken eine tragende Rolle spielen. Sie stellt sich den Herausforderungen und trägt aktiv zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Ernährungspolitik bei.