Die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd steht auf der Überholspur, wenn es um die Gleichstellung der Geschlechter in der Wissenschaft geht. Laut einem aktuellen Bericht der Hochschule hat sie in allen Phasen des Professorinnenprogramms eindrucksvoll überzeugt. Dieses Programm ist ein zentrales Instrument von Bund und Ländern, um die Gleichstellung von Frauen und Männern an Hochschulen in Deutschland zu fördern. Seit seiner Einführung 2008 wurden über 1.000 Professuren gefördert und damit der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen im Wissenschaftssystem erhöht. Frauen zeigen bis zur Promotion hohe Erfolgsquote, doch in späteren Karrierephasen schnappen männliche Kollegen den Frauen oft die besten Positionen weg: 46% der Doktorandinnen, bloß 30% der Professorinnen kommen jedoch tatsächlich in der obersten Liga an. Ein Umstand, dem das Professorinnenprogramm entgegenwirken möchte, indem es Hochschulen dazu verpflichtet, Gleichstellungskonzepte zu erarbeiten und zur Begutachtung einzureichen.

Bis September 2027 hat die PH Schwäbisch Gmünd die Möglichkeit, einen Plan für Anschubfinanzierungen zur Erstberufung von Frauen auf unbefristete Professuren einzureichen. Der Einsatz und die Erfolge des Programms zeigt sich nicht zuletzt auch in der Finanzierung verschiedener Fördermaßnahmen, wie etwa der neuen Kinderkrippe und dem Elternzeitprogramm KLIO (KarriereLeben In der Hochschule). Diese Initiativen wurden in den früheren Runden des Programms etabliert und haben bereits viel zur Steigerung der Attraktivität der Hochschule beigetragen. Zusätzlich wurde ein digitales Schulungsprogramm zur Genderkompetenz, bekannt als „Gender Macht Schule“, entwickelt.

Ambitionierte Ziele für die Zukunft

Für die aktuelle Ausschreibung des Professorinnenprogramms 2030 wurde von der PH Schwäbisch Gmünd ein fundiertes Gleichstellungskonzept vorgelegt, das sowohl vorhandene Stärken als auch Hürden analysiert. Dabei wird Gleichstellung als Kernbestandteil der strategischen Transformation der Hochschule beworben. Die Hochschule verfolgt konkrete Ziele, um auch künftig eine Vorreiterrolle bei der Gleichstellung einzunehmen. Zwei Schwerpunkte rücken besonders ins Rampenlicht: Die Etablierung eines professionellen und gleichstellungsorientierten Berufungsmanagements sowie die Stärkung geschlechterdemokratischer Diskurse sowohl innerhalb als auch außerhalb der Hochschule.

Laut dem BMFTR hat das Programm eine Laufzeit von acht Jahren, mit insgesamt drei Förderrunden, in denen Hochschulen ihre Anträge einreichen können. Die Evaluation der ersten drei Programmphasen war durchweg positiv: Die strukturellen Veränderungen in den Hochschulen sind nachweisbar. Besonders hervorzuheben ist, dass 12 Hochschulen für ihre überzeugenden Gleichstellungskonzepte besonders gewürdigt wurden.

Zudem arbeiten zahlreiche Dachverbände, Forschungseinrichtungen und Initiativen unabhängig daran, die Frauenförderung voranzutreiben. Forderungen wie flexibel gestaltbare Karrierewege sowie verbindliche Quoten für Geschlechtergerechtigkeit in allen Karrierestufen sind bereits im Gespräch. Experten wie Dr. Enno Aufderheide von der Alexander von Humboldt-Stiftung sehen gezielte Fördereinheiten als Schlüssel zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft.

Informative Quellen wie academics bieten zudem einen Überblick über weitere Fördermöglichkeiten für Frauen im wissenschaftlichen Bereich. Es bleibt zu hoffen, dass diese Maßnahmen und Programme bald ihre volle Wirkung entfalten, sodass das Ungleichgewicht in der akademischen Landschaft der Vergangenheit angehört.