In einem feierlichen Rahmen wurde heute der Communitas-Preis der Max-Planck-Gesellschaft an Prof. Dr. Regine Kahmann verliehen. Der Preis, der von Präsident Patrick Cramer überreicht wurde, ehrt bemerkenswerte Verdienste um das Gemeinwohl innerhalb der Gesellschaft. Kahmann, emeritierte Direktorin des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie und Professorin für Genetik an der Philipps-Universität Marburg, wird für ihr Engagement in der Kommissionsarbeit und ihre Fähigkeiten in der Konfliktvermittlung gewürdigt. uni-marburg.de berichtet, dass Kahmann auch nach ihrer Emeritierung aktiv in der Max-Planck-Gesellschaft bleibt.

Regine Kahmann war von 2000 bis 2019 Direktorin der Abteilung „Organismische Interaktionen“ am Marburger MPI, wo sie wesentliche Beiträge zur Erforschung von Pilzen und deren Interaktionen mit Pflanzen leistete. Ihre Forschungsgruppe hat den biotrophen Pilz Ustilago maydis, verantwortlich für Maisbeulenbrand, als Modellorganismus verwendet. Dieser Pilz schadet den Anbauflächen erheblich, da er jährlich bis zu 20 Prozent der globalen Maisernte vernichtet.

Forschung im Fokus

Die wissenschaftliche Arbeit von Kahmann zielt darauf ab, molekulare Einblicke zu gewinnen, wie Ustilago maydis die Immunantwort von Pflanzen unterdrückt und deren Wachstum zu seinen Gunsten beeinflusst. Seit der Veröffentlichung der Genomsequenz des Pilzes im Jahr 2006 hat ihre Gruppe intensiv an der funktionalen Analyse neuartiger sekretierter Protein-Effektor-Gene gearbeitet. Diese Effektor-Proteine spielen eine entscheidende Rolle bei der Virulenz des Pilzes. Insbesondere konnte ein oberflächenexponierter Protein-Komplex identifiziert werden, der für die Infektiosität des Erregers essenziell ist und der als neues Ziel für die Entwicklung von Fungiziden in Betracht gezogen wird.mpi-marburg.mpg.de ergänzt, dass Kahmanns Arbeit nicht nur zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten beiträgt, sondern auch grundlegende Erkenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen Pilzen und Pflanzen liefert.

Zusätzlich zu ihrem Engagement in der Forschung ist Kahmann natürliche Ombudsperson an der Universität Marburg und am Marburger MPI. Ihre langjährige Erfahrung und ihr Fachwissen bringen ihr auch Anerkennung in verschiedenen akademischen Gesellschaften. So ist sie Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Royal Society sowie Ehrenmitglied der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Eine Auszeichnung unter vielen

Regine Kahmann ist nicht die einzige, die mit dem Communitas-Preis ausgezeichnet wurde. Auch Heinz Wässle, der sich um die Aufarbeitung der Geschichte der Hirnforschung verdient gemacht hat, und Lothar Willmitzer, der das Ernst-Strüngmann-Institut in einer Krisensituation stabilisierte, erhielten die Ehrung. Diese Auszeichnungen sind Zeichen für das Engagement in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und die Bedeutung solcher Initiativen für die Gesellschaft insgesamt.uni-marburg.de