Die Kooperation zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen steht aktuell im Fokus, wie das neue Förderformat MERCUR zeigt, das am 5. Februar 2026 erfolgreich an den Start ging. Die Initiative, die hochschulübergreifende Projekt- und Strukturförderung innerhalb der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) aus Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen umfasst, hat das klare Ziel, die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu intensivieren.
Die erste Förderrunde nach der Neuausrichtung von MERCUR verzeichnete einen Rekord: 65 Antragsskizzen wurden eingereicht. Diese erfreuliche Nachfrage spiegelt das große Interesse an interdisziplinären Projekten wider. Im Juni 2025 wurden dann 13 Vorhaben eingeladen, einen Vollantrag zu stellen, nachdem sie durch externe Gutachten bewertet worden waren. Im Dezember 2025 fiel die Entscheidung, acht dieser Projekte zur Förderung auszuwählen, für die insgesamt über 2 Millionen Euro bereitgestellt werden.
Geförderte Projekte und Themenvielfalt
Die geförderten Projekte decken ein breites Spektrum ab, von der nachhaltigen Produktion von Nanopartikeln über Anomalieerkennung in klinischen Umgebungen bis hin zu feministischen Zines. Hier eine Übersicht der Projekte:
- Deep Bayes for Biomedicine
- NanoFlow – nachhaltige Produktion von Nanopartikeln
- TRACE – Anomalieerkennung in klinischen Umgebungen
- Klimawandel und Trinkwasserquellen
- Feministische Zines und globale DIY-Kulturen
- Hochauflösende Halbleiterdetektoren für Protonentherapie
- Mensch-Roboter-Teams
- Digitale Medienkulturen
Parallel zur Projektförderung wurde auch die Erweiterung des RAPP-Centers genehmigt, um die thematische Breite in Forschung und Lehre zu vergrößern. Diese Entwicklungen sind Teil eines umfassenden Bemühens, den Wissenstransfer innerhalb der Wissenschaft und in die Gesellschaft zu stärken.
Antragstellung und kommende Fristen
Der nächste Aufruf zur MERCUR-Projektförderung steht bereits vor der Tür: Die Ausschreibungsrunde beginnt am 11. Februar 2026. Bis zum 23. März 2026 können Skizzen eingereicht werden. Das Verfahren gliedert sich in zwei Stufen; bei positiver Evaluation erfolgt eine Einladung zur Einreichung eines Vollantrags, der bis zum 17. Juli 2026 eingereicht werden muss.
Für alle, die Interesse haben, ist eine elektronische Antragstellung notwendig. Unterstützung bieten Dr. Hans Stallmann und Dr. Kathrin Kraushaar als Ansprechpersonen.
Die Bilanz von MERCUR seit seiner Gründung im Jahr 2010 durch die Stiftung Mercator ist beeindruckend: Über 300 geförderte Projekte und 60 Millionen Euro an Fördermitteln ermöglichen in den letzten 15 Jahren eine nachhaltige Unterstützung der Forschung. Das Engagement der Stiftung Mercator endet 2024, wobei MERCUR dann in die Strukturen der UA Ruhr integriert wird, wie news.rub.de berichtet.
In einem weiteren spannenden Bereich fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die Umsetzung innovativer Transferprojekte im Bereich „Wissenschafts- und Hochschulforschung“. Ziel ist eine bessere Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis, wobei Projekte, die bis zum 28. Januar 2026 einreichen, bis zu 36 Monate Förderzeit erhalten können. Wie wihoforschung.de erläutert, sollen hier neuartige Transferinstrumente und kreative Methoden genutzt werden, um den Wissenstransfer zu optimieren.
Die Entwicklungen in der Hochschulforschung und -förderung sind für alle Beteiligten ein Zeichen, dass nun ein guter Wind weht und es an der Zeit ist, sich kreativ und engagiert in diese Prozesse einzubringen.