In der Welt der Baustellen tut sich Einiges, besonders wenn es um die Nachhaltigkeit im Bausektor geht. Am Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen (IIB) an der Ruhr-Universität Bochum wird derzeit eine innovative Technologie namens „IIBra“ erprobt. Laut news.rub.de soll IIBra dazu beitragen, die Prüfungen von Betonbauteilen effizienter zu gestalten. Ziel dieser neuen Methode, die im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1683 „Interaktionsmethoden zur modularen Wiederverwendung von Bestandstragwerken“ entwickelt wird, ist es, bestehende Bauteile aus alten Gebäuden sinnvoll wiederzuverwenden.

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist das Projekt von hoher Relevanz. Die Wissenschaftler setzen sich intensiv mit der Wiederverwendung von Betonelementen auseinander. Diese müssen allerdings in einem ausgezeichneten Zustand sein, um für neue Bauprojekte infrage zu kommen. Das SFB-Team hat bereits verschiedene Testmethoden zur Prüfung dieser Bauteile entwickelt und denkt über Strategien nach, um ganze Gebäude auf ihre Wiederverwendbarkeit zu testen. Philipp Hagedorn, ein Mitarbeiter des SFB, weist darauf hin, dass die manuelle Überprüfung solch umfangreicher Bauwerke aufwendig und zeitintensiv ist. Hier kommt der Roboter IIBra ins Spiel: Er wird autonom durch Gebäude navigieren und auf Beschädigungen oder die Druckfestigkeit von Bauelementen prüfen.

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Innovative Prüfmethoden für besseren Beton

Parallel zur Entwicklung an der Ruhr-Universität hat die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) einen neuen Sonderforschungsbereich ins Leben gerufen, der sich ebenfalls mit der Wiederverwendung von Beton befasst. Dieses Vorhaben, wie architekturblatt.de informiert, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und zielt darauf ab, innovative Prüfverfahren zur effizienten Bewertung von gebrauchten Betonbauteilen zu entwickeln. Die BAM verwendet dafür maßgeschneiderte zerstörungsfreie Prüfmethoden, die eine schnelle und verlässliche Überprüfung der Bauelemente ermöglichen.

Ein zentraler Aspekt dieser Forschungen ist, dass der weltweit meist genutzte Baustoff – Beton – zu den klimaschädlichsten Materialien gehört. Oft wird Beton am Lebensende lediglich zerkleinert und als Füllmaterial hergenommen, während eine tragende Wiederverwendung kaum erfolgt. Der neue SFB setzt sich für einen Paradigmenwechsel ein, indem Platten, Stützen und Wände gezielt rückgebaut und geprüft werden, um sie anschließend wiederzuverwenden. Es wird angestrebt, im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum sowie dem Karlsruher Institut für Technologie und der Universität Stuttgart Verfahren zur sämtlichen Statusbestimmung und Klassifizierung zu entwickeln.

Ein Blick auf Nachhaltigkeit im Bausektor

Das Engagement für nachhaltiges Bauen ist auch bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) spürbar, die auf eine ganzheitliche Zertifizierung von Gebäuden setzt. Ihre Kriterien reichen von ökologischen und ökonomischen Aspekten bis hin zur technischen und implementierungsbezogenen Qualität. Wie auf der Webseite von dibt.de beschrieben, wird eine Zertifizierung in verschiedenen Qualitätsstufen von Platin bis Bronze vergeben, und es werden sowohl Neubauten als auch Bestandsprojekte und Rückbauten berücksichtigt.

Insgesamt zeigt sich, dass in der Baubranche ein echtes Umdenken stattfindet. Mit den neuen Technologien und Ansätzen, die gerade erprobt werden, könnte der Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft geebnet werden, in der alte Materialien einen neuen Lebenszyklus erhalten und ressourcenschonend eingesetzt werden können.