Mit Blick auf die anstehenden Herausforderungen beim Klimaschutz kündigt sich am 5. März 2026 von 17 bis 18:30 Uhr eine spannende Online-Veranstaltung an. Unter dem Titel „Eisbär versus Schweinswal – Klimaschutz versus Biodiversitätsschutz“ werden Forschende des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ihre Erkenntnisse präsentieren. Ziel ist es, den Diskurs über die vereinbare Nutzung erneuerbarer Energien und den Schutz der Biodiversität zu stärken. Im Mittelpunkt steht die Energiewende, die notwendig ist, um die Klimakrise aufzuhalten, die insbesondere die Polarregionen stark betrifft. Der Eisbär wird hierbei als Symbol für die dramatischen Folgen des Klimawandels und das Abschmelzen des arktischen Eises hervorgehoben.

Besonders relevant ist der Ausbau der Offshore-Windkraft, der zwar als umweltfreundliche Maßnahme gilt, jedoch auch Konflikte mit der Tierwelt birgt. So zeigt eine aktuelle Langzeitstudie in der Deutschen Bucht, dass Schweinswale Offshore-Windparks vermehrt nutzen. Diese Parks bieten nicht nur ein attraktives Nahrungsangebot, sondern auch einen Rückzugsraum für die Wale. Der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) hat über 13 Jahre hinweg akustische Daten analysiert und festgestellt, dass die Detektionsraten von Schweinswalen in Windparks rund 10% höher sind als in angrenzenden Meeresgebieten. Mögliche Ursachen sind das Fischereiverbot innerhalb der Parks und die sogenannten „Riffeffekte“, die durch die Fundamente der Windkraftanlagen entstehen und Lebensraum – und somit Nahrung – für viele Meeresbewohner schaffen.

Ein Spannungsfeld zwischen Energiebedarf und Artenschutz

Doch die Herausforderungen hören hier nicht auf. Der geplante Ausbau der Windenergie auf See soll innerhalb der nächsten 20 Jahre die Leistungsfähigkeit fast verachtfachen. Laut dem WWF ist geplant, dass fast 25 Prozent der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) für Windenergie genutzt werden. Dies stellt einen erheblichen infrastrukturellen Eingriff in die Natur dar, denn die Meere leiden bereits unter den Belastungen durch Rohstoffabbau, Schifffahrt sowie Öl- und Gasförderung. Die Bedingungen in den Nord- und Ostsee haben sich über die Jahre merklich verschlechtert, und wichtige Schutzziele wurden nicht erreicht – ein Grund mehr, um hohe Umweltstandards einzufordern.

Die bevorstehende Veranstaltung am 5. März soll nicht nur verschiedene Formate wie Workshops und Podiumsdiskussionen anbieten, sondern auch die Möglichkeit eröffnen, weiterführende Handlungsmöglichkeiten im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Biodiversitätsschutz zu erörtern. Verschiedene Zielgruppen sollen so aktiv in die Diskussion eingebunden werden, um demokratische Debatten und eine europäische Identität zu fördern. Ein Ziel, das auch vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung unterstützt wird.

Eine weitere interessante Erkenntnis ist, dass Wartungsschiffe die Schweinswale in den Windparks nicht wesentlich stören. Trotz alledem bleibt der Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume eine Herausforderung, die mit der Notwendigkeit der Energiewende in Einklang gebracht werden muss. Die Verantwortung liegt hier nicht nur bei den Wissenschaftlern, sondern auch bei der Politik, die einen verbindlichen Rahmen für den Schutz der Umwelt und die Umsetzung der Energiewende schaffen muss.

Für weitere Informationen und für interessierte Teilnehmende bietet Prof. Dr. Ursula Siebert von der TiHo gerne Einblicke und Auskünfte: Tel.: +49 511 856-8158 oder per E-Mail unter ursula.siebert@tiho-hannover.de.

Mehr zu den Hintergründen der Veranstaltung und den Berichten zur Offshore-Windkraft finden Sie unter den folgenden Links: TiHo Hannover, Whales.org, und WWF.de.