Ein bemerkenswerter Beitrag zur digitalen Teilhabe wird in Chemnitz geleistet, wo die Computertruhe e. V. am 18. März 2026 bereits auf fünf erfolgreiche Jahre zurückblickt. Die Initiative, die im Februar 2021 gegründet wurde, hat sich der Aufbereitung und Weitergabe gebrauchter IT-Geräte verschrieben. Der Fokus liegt dabei auf Menschen mit geringem Einkommen oder in finanziellen Notlagen, die somit einen Zugang zu Computern und mobiler Technik erhalten. So wurden seit der Gründung über 2.000 Geräte, darunter Smartphones und Drucker, zurück in den Gebrauch gebracht, davon mehr als 650 allein im Jahr 2025, wie TU Chemnitz hervorhebt.
Karola Köpferl, Promotionsstudentin an der Juniorprofessur Soziologie, zeigt sich nicht nur als Mitbegründerin des Vereins, sondern auch als engagierte wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement. Ihr Engagement wird durch die Auszeichnung mit dem Transferpreis der TU Chemnitz im Jahr 2025 für ihr gesellschaftliches Engagement gewürdigt. Ähnlich wie viele Ehrenamtliche im Verein, kümmert sie sich um die technische Aufbereitung der gespendeten Geräte, die datenschutzkonform gelöscht und mit einem freien Linux-Betriebssystem versehen werden. In der Anfangsphase erhielt die Computertruhe Unterstützung vom Universitätsrechenzentrum der TU Chemnitz mit alten Desktop-Rechnern.
Innovative Solutions für Nachhaltigkeit
Für die Computertruhe spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle. Durch die Wiederverwendung von Geräten konnten bereits rund 200 Tonnen CO₂ eingespart werden. Der technologische Fortschritt hat zwar zur schnelleren Erneuerung von Computern geführt, dennoch bleibt der Bedarf an funktionierender Hardware konstant, insbesondere für soziale und gesellschaftliche Veranstaltungen. Ein großer Teil der Geräte, die dem Verein zugespielt werden, benötigt jedoch Reparaturen. Dabei sind Ersatzteile wie SSDs und Arbeitsspeicher aufgrund der hohen Nachfrage teuer, was die Aufrüstung älterer Rechner erschwert.
Besonders eingebunden ist die Computertruhe in die Gesellschaft – ihr Engagement zeigt, wie wichtig ein Zugang zu Informationen und Technologien für Kommunikation, Bildung und soziale Teilhabe ist. Holger Czirpka von der Computertruhe berichtet von wöchentlich 40 bis 50 Anfragen für Laptops, was die hohe Nachfrage verdeutlicht. In diesem Jahr wurden bereits über 400 Geräte in Chemnitz und Zwickau ausgegeben, wobei die Suche nach weiteren Spenden, von Webcams bis zu Tablets, auch weiterhin dringend ist.
Förderung für soziale Projekte
Die Arbeit der Computertruhe wird auch extern gewürdigt. So wurde der Verein 2024 mit dem eku – ZUKUNFTSPREIS in der Kategorie Zivilgesellschaft ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld von 5.000 Euro, das für neue Ersatzteile und Betriebskosten verwendet werden soll. Durch die Kombination von technischer Unterstützung und sozialer Verantwortung gibt der Verein vielen Menschen nicht nur die Möglichkeit, über Technik am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, sondern erfüllt auch eine wichtige Funktion im Bereich der Ressourcenschonung.
Ein weiterer Aspekt der digitalen Teilhabe wird durch die Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestärkt, welches sich für Gleichberechtigung in der Digitalisierung einsetzt. Diese Initiativen müssen im Kontext von Vielfalt und Inklusion gedacht werden, um sicherzustellen, dass Technologie allen Gesellschaftsschichten zugutekommt. Programme wie der „Girls‘ Day“ motivieren Mädchen, technische Berufe zu ergreifen, was als weiteres Mittel zur Förderung der Diversität in der digitalen Welt betrachtet werden kann, so BMFSFJ.
Durch die kontinuierliche Unterstützung und das Engagement der Gemeinschaft zeigt die Computertruhe Chemnitz, wie wichtig digitale Teilhabe ist und dass jeder die Möglichkeit verdienen sollte, am digitalen Fortschritt teilzuhaben. Das ist nicht nur ein Schritt Richtung Gleichheit, sondern auch ein Zeichen für eine nachhaltige Zukunft.



