Am 18. und 19. März 2026 fand an der Technischen Universität Chemnitz das 11. Interdisziplinäre Symposium für Frauen im MINT-Bereich (ISINA) statt. Ein Event, das sich ganz dem Wissenstransfer, interdisziplinärem Austausch und der Erschließung zukunftsweisender Themen widmete. Initiiert von Prof. Dr. Olfa Kanoun, die die Professur für Mess- und Sensortechnik inne hat, und Karla Kebsch, der Gleichstellungsbeauftragten der TU Chemnitz, wurde das Symposium als gleichstellungsfördernde Maßnahme ins Leben gerufen. Kebsch betonte die Bedeutung eines solchen Forums für die Förderung von Frauen in den MINT-Fächern.

Wie tu-chemnitz.de berichtet, eröffnete Prof. Dr. Irene Coin von der Universität Leipzig die Veranstaltung mit einem inspirierenden Vortrag unter dem Titel „Professor by accident: from chemistry to biomedicine“. Coin thematisierte ihren Werdegang und vermutlich irritiert die üblichen Konzepte von „Work-Life-Balance“, was für viele Anwesende eine echte Bereicherung darstellte. Das Vortragsprogramm umfasste weitere Beiträge aus den Bereichen Wissenschaft und Praxis. Darunter waren Präsentationen von Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann, die über interdisziplinäre Forschung referierte, und Dr. Teresa Tschirner, die Entwicklungen in der Graphenforschung vorstellte.

Vielfalt und Chancen im MINT-Bereich

Das Symposium ist nicht nur eine Bühne für fachspezifische Themen, sondern orientiert sich auch nach den aktuellen Herausforderungen im MINT-Bereich. Trotz eines Anstiegs des Anteils von Studienanfängerinnen und Absolventinnen bleibt der Frauenanteil in MINT-Studienfächern unterrepräsentiert. Dies hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erkannt und führt die Förderrichtlinie „MissionMINT – Frauen gestalten Zukunft“ ein, die speziell darauf abzielt, das akademische MINT-Potenzial von Frauen zu stärken. Informationen dazu finden sich auf projekttraeger.dlr.de.

Die Förderrichtlinie zielt nicht nur darauf ab, den Frauenanteil in MINT-Studiengängen zu erhöhen, sondern auch den Übergang in akademische Berufe zu erleichtern. Darüber hinaus sollen Frauen in Spitzenpositionen gefördert werden. Dies geschieht durch praxisorientierte, nachhaltige Projekte, die gezielt junge Frauen ansprechen und ihr Kreativpotenzial sowie Innovationsfähigkeiten fördern.

Workshops und Networking

Ein weiterer Höhepunkt des Symposiums waren die praxisorientierten Workshops, die in acht verschiedenen Formaten angeboten wurden. Themen wie Kommunikation, Resilienz, Führung und Karriereplanung standen auf der Agenda. Die Keynote von Dr. Laura Lazar (be cosmopolite) widmete sich der Sichtbarkeit und dem Networking für Frauen in der Wissenschaft, ein Aspekt, der für die Teilnehmenden von großer Bedeutung war. Wie berichtet, wird das Symposium im Jahr 2027 fortgeführt und soll die Förderung von Wissenschaftlerinnen sowie interdisziplinäre Netzwerke weiter unterstützen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass trotz der Fortschritte, die erreicht wurden – so ist der Frauenanteil in MINT-Studienfächern in den letzten Jahren gewachsen – nach wie vor Handlungsbedarf besteht. Beispielsweise lag der Frauenanteil in den Ingenieurwissenschaften bei unter 30% im ersten Hochschulsemester. Der nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen wird daher weiterhin im Rahmen des MINT-Aktionsplans durch „MINTvernetzt“ fortgeführt, wie auf bne-portal.de erläutert wird.

Für weitere Informationen zum Symposium und zur Förderrichtlinie steht Ihnen Maika Filz als Koordinatorin gerne zur Verfügung. Sie erreichen sie unter der Telefonnummer 0371 531-34542 oder per E-Mail an ISINA@tu-chemnitz.de.