In einer Zeit, in der unser gesellschaftliches Verständnis des Alterns stetig im Wandel ist, hat sich Frau Prof. Brandt an der Technischen Universität Dortmund mit einem Team aus internationalen Forschern zusammengetan, um den Umgang verschiedener Gesellschaften mit dem Alter zu beleuchten. Ihre Arbeit vollzieht sich im Rahmen der Analyse von unzähligen Aspekten, darunter Gesundheitserhalt, soziale Ungleichheit sowie die Herausforderungen des Klimawandels und die gesundheitlichen Risiken durch Hitze. „Mit etwas Geduld lassen sich neue Ideen in die Welt bringen“, so Prof. Brandt, die auch die Sachverständigenkommission zum 9. Altersbericht der Bundesregierung leitet, dessen Ergebnisse für die Gesellschaft von hoher Relevanz sind, um den älteren Menschen ein selbstbestimmtes und aktives Leben zu ermöglichen.
Aktuell leben in Deutschland rund 18,7 Millionen Menschen im Alter von 65 Jahren und älter, was dieser Bevölkerungsgruppe eine immer zentralere Rolle in der Gesellschaft zuschreibt. Der Neunte Altersbericht, der die Lebenssituationen und Teilhabechancen älterer Menschen untersucht, legt den Grundstein für eine bessere Rahmenbedingungen und enthält sowohl einen Sachverständigenbericht als auch eine Stellungnahme der Bundesregierung. Diese Berichterstattung ist entscheidend, um festzustellen, dass soziale Ungleichheit in Bezug auf Teilhabechancen eng mit Faktoren wie Alter, Bildung, Einkommen und sogar Geschlecht verknüpft ist. Dies führt zu einer differenzierten Betrachtung von Ageismus und den damit verbundenen Herausforderungen. [bmbfsfj] berichtet, dass gesellschaftliche Teilhabe für ältere Menschen kein „Luxusgut“ sein sollte, sondern vielmehr eine Bereicherung für die gesamte Gemeinschaft darstellt.
Die zentrale Rolle der Wissenschaft
Als Leiterin der Sachverständigenkommission hat Prof. Brandt die Verantwortung, verschiedenen Perspektiven und Meinungen Raum zu geben. Diese Aufgabe gestaltet sich manchmal als Herausforderung, besonders wenn es darum geht, Kompromisse zu finden und die gesammelten Daten verständlich zu kommunizieren. Der Altersbericht bringt zwingend notwendige Empfehlungen hervor, die eine gerechtere Teilhabealler älteren Menschen fördern sollen, insbesondere für diejenigen, die durch sozialen und wirtschaftlichen Druck besonders benachteiligt sind.
Besonderes Augenmerk liegt auf hochaltrigen Frauen sowie Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status, Bildungshintergrund und Migrationsgeschichte. Diese Gruppen wirken in den Analysen und Empfehlungen des Altersberichts besonders stark, da sie häufig mit gravierenden Benachteiligungen kämpfen. Prof. Brandt betont die Wichtigkeit solider wissenschaftlicher Erkenntnisse und empirischer Daten. Sie hebt hervor, dass es unerlässlich ist, auch unsichere Daten so zu präsentieren, dass sie von der Öffentlichkeit nachvollzogen werden können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der 9. Altersbericht und die Arbeiten von Frau Prof. Brandt nicht nur einen wichtigen Teil der Forschung zu Alter und Gesellschaft darstellen, sondern auch als Weckruf dienen, um gesellschaftliche Hürden abzubauen, die Teilhabe und Engagement älterer Menschen behindern. Die Herausforderung, frühere Vorurteile zu überwinden und soziale Ungleichheiten abzubauen, sollte uns alle anregen, aktiv an der Gestaltung einer inklusiven Gesellschaft mitzuwirken.
Weitere Details zum Neunten Altersbericht und den unterstützenden Forschungen finden Sie hier: TU Dortmund und BMBF.



