Die interaktive Ausstellung „Faces of Computer Science“ lädt bis zum 10. März 2026 im Foyer des Fritz-Foerster-Baus an der Technischen Universität Dresden dazu ein, die Welt der Informatik aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken. Diese bemerkenswerte Schau, konzipiert vom Interactive Science Lab in Zusammenarbeit mit SG 9.3 Diversity Management, legt einen besonderen Fokus auf die Leistungen historischer und aktueller Forscherinnen im Bereich der Informatik. Hier können Besucher:innen nicht nur viel lernen, sondern aktiv teilnehmen, indem sie Fragen stellen und sogar eigene Vorschläge für die Ausstellung einbringen.

Die Ausstellung bietet interaktive Stationen, die es den Teilnehmer:innen ermöglichen, den Begriff „Informatik“ neu zu interpretieren. Das Engagement, das diesen Bereich für Schüler:innen, Lehrer:innen und Wissenschaftler:innen eröffnet, hebt die Sichtbarkeit und Anerkennung von Wissenschaftlerinnen hervor und unterstreicht die Wichtigkeit von Vorbildern in der Wissenschaft.

Vielfalt und Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft

Die Thematik der Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft ist auch auf politischer Ebene von großer Bedeutung. Bei der Eröffnung einer ähnlichen Ausstellung an der Universität Bonn, die mit Reden von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel einherging, wurde die Notwendigkeit deutlich, die Leistungen von Frauen in der Wissenschaft stärker in den Fokus zu rücken. Merkel lobte dabei die Arbeit von Wissenschaftsfotografin Gesine Born, die mit innovativen Mitteln zur Sichtbarmachung von Wissenschaftlerinnen beiträgt.

Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch und die Prorektorin für Chancengerechtigkeit und Diversität, Prof. Dr. Irmgard Förster, betonten die Bedeutung solcher Ausstellungen für die Chancengleichheit an Hochschulen. Insbesondere die Pionierleistungen von Frauen, die zu ihren Lebzeiten nicht ausreichend gewürdigt wurden, sollten heutigen Forscherinnen als Inspirationsquelle dienen.

Kampf gegen die „Leaky Pipeline“

Ein Blick auf die statistischen Daten zur Gleichstellung in der Wissenschaft in Deutschland zeigt ein besorgniserregendes Phänomen: der abnehmende Anteil von Frauen an Hochschulen mit steigender akademischer Karriereleiter, oft als „Leaky Pipeline“ bezeichnet. Aktuell sind 46% der Doktorandinnen, 36% der Habilitandinnen und nur 29% der Professorinnen Frauen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) verfolgt daher klar definierte Ziele zur Förderung der Gleichstellung und zur Bekämpfung dieser Abbrüche in der Karriere.

Hierzu gehört das Professorinnenprogramm, das zentrale Instrumente zur Förderung der Gleichstellung auf hohem Niveau bereitstellt. Das gerade gestartete Programm der vierten Phase sieht eine Fördersumme von 320 Millionen Euro bis 2030 vor und zielt darauf ab, den Frauenanteil auf jeder akademischen Stufe zu erhöhen. Initiativen wie „MissionMINT“ und der Girls’Day tragen dazu bei, Mädchen und Frauen für MINT-Berufe zu begeistern und deren Sichtbarkeit zu erhöhen.

Die Ausstellung „Faces of Computer Science“ in Dresden sowie die verwandten Programme und Anstrengungen an anderen Hochschulen sind entscheidende Schritte in eine Richtung, die darauf abzielt, nicht nur die Chancengleichheit zu fördern, sondern auch eine neue Generation von Forscherinnen zu inspirieren und zu motivieren.

Besucher:innen können die Ausstellung von Montag bis Freitag zwischen 8:00 und 18:00 Uhr im Foyer des Fritz-Foerster-Baus, Mommsenstraße 6, 01069 Dresden erleben. Vergessen Sie nicht, sich aktiv zu beteiligen!