Das finale Highlight der Wanderausstellung „RETHINKING PHYSICS. 100 Jahre Quantenmechanik: Zeit für eine weibliche Perspektive!“ findet derzeit in Dresden statt. Nach beeindruckenden 61 Stationen in Deutschland, Australien, Österreich und den USA sind die Türen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) vom 4. bis 10. März 2026 geöffnet, um Besuchern die Möglichkeit zu bieten, die Beiträge von Frauen in der Quantenphysik zu entdecken. Die Resonanz auf die Ausstellung war überaus positiv, vor allem unter Schüler:innen und Lehrer:innen, die die Sichtbarkeit weiblicher Perspektiven in einem traditionell männerdominierten Feld schätzen.
Die Ausstellung wurde im Rahmen des Internationalen Jahres der Quantenwissenschaft und -technologie „Quantum2025“ vom Würzburg-Dresdner Exzellenzcluster ctd.qmat ins Leben gerufen. Sie stellt sowohl etablierte als auch aufstrebende Physikerinnen in den Mittelpunkt. Prof. Dr. Bernd Büchner, Wissenschaftlicher Direktor des IFW Dresden, hebt die Bedeutung dieser Sichtbarkeit hervor. „Wir möchten Rollenvorbilder schaffen und besonders Mädchen für Physik begeistern“, sagte Büchner.
Einblicke in die Finissage
Am 10. März 2026 endet die Ausstellung mit einem öffentlichen Kolloquium, das einen Vortrag von Prof.in Roser Valentí über magnetische Materialien, ein zentrales Thema der modernen Quantenforschung, beinhaltet. Die Anmeldung zum Kolloquium erfolgt am Empfang des IFW. Der Eintritt zur Ausstellung selbst ist kostenlos.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den historischen Hürden, die Frauen in der Wissenschaft bis heute begegnen. Erst seit 1900 ist es Frauen in Deutschland erlaubt, Universitäten zu besuchen; bisher sind viele bahnbrechende Beiträge von Wissenschaftlerinnen oft in Vergessenheit geraten. Unter den Pionierinnen, die vorkamen, ist die Physikerin Grete Hermann ein leuchtendes Beispiel für vergessene Leistungen in der Quantenphysik.
Die Welle der Anerkennung
Die „RETHINKING PHYSICS“-Ausstellung signalisiert einen positiven Wandel in der Frage der Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft. Sie zielt darauf ab, den Zugang zur Physik für junge Frauen zu fördern und das Interesse an naturwissenschaftlichen Themen in den Schulen zu unterstützen. Auch Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch unterstreicht die Rolle Dresdens im Bereich der Quantenforschung und spricht sich dafür aus, den Dialog über Geschlechterfragen in der Wissenschaft weiter zu intensivieren.
In einem breiteren Kontext wollen die Organisatoren mit dieser Initiative dafür sorgen, dass mehr Frauen in der Quantenphysik Fuß fassen können. Diverse Initiativen und Netzwerke, wie das internationale Forscherinnen-Netzwerk, das den Namen Grete Hermann trägt, fördern gezielt die Sichtbarkeit und den Einfluss von Frauen in der Physik. In den letzten Jahren war auch die Zahl junger Physikerinnen, die in diesem Bereich forschen, gestiegen, was für einen frischen Wind in der Szene spricht.
So bleibt abzuwarten, wie viele junge Talente dank dieser Ausstellung den Mut und die Inspiration schöpfen, sich in den faszinierenden, jedoch nach wie vor herausfordernden Bereichen der Quantenwissenschaft einen Namen zu machen.