Die Wissenschaftslandschaft in Deutschland erhält weiterhin frischen Wind: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Wolfgang Lehner erneut in die Wissenschaftliche Kommission des Wissenschaftsrats (WR) berufen. Diese Entscheidung, die von der Technischen Universität Dresden berichtet wird, verlängert Lehners Engagement um drei Jahre. Der Professor für Datenbanken an der TU Dresden beeindruckt nicht nur durch seine akademischen Leistungen, sondern auch durch seinen aktiven Beitrag zur Entwicklung neuer Forschungsstrategien.
Lehner, der im Februar 2023 erstmals berufen wurde, hat sich in den letzten Jahren stark für die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Forschung eingesetzt. Im Rahmen seiner Tätigkeit war er Vorsitzender der Fokusgruppe „KI in der Forschung“, die vor Kurzem in eine offizielle Arbeitsgruppe des WR überführt wurde. In dieser Gruppe werden die radikalen Veränderungen, die KI in der wissenschaftlichen Landschaft bewirken kann, eingehend diskutiert. Neben der Unterstützung intensiver Forschung möchte die Gruppe vor allem die Effizienz in der Wissenschaft steigern, indem Prozesse, die früher jahrelange Labor-Experimente erforderten, nun in wenigen Tagen abgeschlossen werden können.
Ein Mann der Zahlen und Daten
Lehner ist nicht nur bei der TU Dresden aktiv, sondern hat auch die Strukturevaluation der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) geleitet, deren Abschluss für 2025 geplant ist. Die NFDI zielt darauf ab, die Datenbereitstellung und den Austausch von Forschungsdaten in Deutschland zu optimieren. Darüber hinaus engagierte er sich im Forschungsausschuss und unterstützte die Entwicklung eines Positionspapiers zu „Wissenschaft und Sicherheit in Zeiten weltpolitischer Umbrüche“.
Die Expertise von Lehner erstreckt sich über ein breites Feld; er hat in den letzten Jahren Evaluierungen zur Priorisierung nationaler Forschungsinfrastrukturen durchgeführt. Mit seiner Erfahrung im Fachkollegium Informatik der DFG und als Mitglied des Senatsausschusses für Sonderforschungsbereiche bringt Lehner eine umfangreiche Perspektive in seine neue Position ein.
Rolle von Künstlicher Intelligenz
Die Gespräche rund um KI gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Einsatz von KI wird als Schlüsseltechnologie für Innovationen betrachtet. Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Bundesregierung eine KI-Strategie verabschiedet, um Deutschland im globalen Wettbewerb zu positionieren und um den Standort zu stärken. Diese Strategie umfasst zwölf Handlungsfelder, zu denen auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Forschung und Entwicklung von KI-Anwendungen zählt.
Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro jährlich und zusätzlich 2 Milliarden Euro aus dem Konjunktur- und Zukunftspaket unterstreichen die Dringlichkeit dieser Initiative. Mit einem Fokus auf gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Nutzen sollen insbesondere Bereiche wie Robotik, Gesundheit und Bildung im Vordergrund stehen. Die Identifikation konkreter Handlungsfelder und die Förderung von Kompetenzzentren stehen dabei im Mittelpunkt, um die Leistungsfähigkeit der KI-Forschung in Deutschland weiter auszubauen.
Wolfgang Lehner, der als ACM Fellow der Association for Computing Machinery (ACM) ausgezeichnet wurde, stellt einen zentralen Ansatzpunkt in der Schnittstelle zwischen Technik und Wissenschaft dar. Mit einer wachsenden internationalen Vernetzung und der Unterstützung durch Systeme und Dienstleistungen wird er die Zukunft der Wissenschaft nachhaltig beeinflussen und dazu beitragen, dass Deutschland eine Führungsrolle in der KI-Entwicklung einnimmt.