Die Herausforderungen des Kohleausstiegs machen es notwendig, auch international voneinander zu lernen. So ist die Technische Universität Bergakademie Freiberg gefragt, insbesondere ihr Fachwissen in Bezug auf die Regulierung des Kohleausstiegs und die Sanierung von Bergbaufolgelandschaften. Deutschland hat hier einen zeitlichen Vorsprung, was für Länder wie Australien von Interesse ist. Heute begleitet Professor Carsten Drebenstedt eine Delegation nach Australien, um die dortigen Strukturen zu diskutieren und Einblicke in die deutsche Vorgehensweise zu geben. Die Delegation richtete ihren Blick insbesondere auf die großen Themenfelder wie Planung, Finanzierung und die Umsetzung von Strukturwandelmaßnahmen.

Ein Blick nach New South Wales zeigt, dass die Region historisch stark vom Kohleabbau geprägt ist, insbesondere in der Hunter Region, die sich nun in Richtung grüner Energietechnologien transformiert. Dabei informierte sich die Delegation über innovative Großprojekte in den Bereichen Batteriespeicher, Wasserstofferzeugung und Windkraftanlagen. Zudem wurden Ideen zu Fachkräftepotenzialen und zur Nutzung ehemaliger Bergbaufolgelandschaften vorgestellt, die für den Strukturwandel essenziell sind.

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Strukturwandel in Deutschland

Der deutsche Ansatz für den Kohleausstieg ist das Ergebnis intensiver Diskussionen und Planung, beginnend mit der Einrichtung der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ im Jahr 2018. Ihr Ziel war es, einen gesellschaftlichen Konsens über das Thema zu erreichen. Der Abschlussbericht, der 2019 der Bundesregierung übergeben wurde, legte fest, dass die Kohleverstromung bis spätestens 2038 eingestellt werden sollte, was durch das Kohleausstiegsgesetz von 2020 rechtsverbindlich gemacht wurde. Dieses Gesetz sorgt für eine sozial ausgewogene Beendigung des Kohleabbaus und regelt den Stilllegungspfad für Braunkohlekraftwerke sowie die Ausschreibungen für Steinkohlekraftwerke bis 2026.

Ab 2027 wird die Stilllegung von Steinkohlekraftwerken über Ordnungsrecht geregelt. Um einen fließenden Übergang zu ermöglichen, bietet die Bundesregierung größtmögliche Unterstützung. Bis zu 40 Milliarden Euro werden bereitgestellt, um Braunkohleregionen bei der Umstellung auf neue Wirtschaftsstrukturen zu helfen. Zudem gibt es Programme, um kreative Ideen zur Stärkung der Regionen zu fördern, wie etwa das Programm „Unternehmen Revier“.

Ökonomische Aspekte des Kohleausstiegs

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich ebenfalls verändert. Der Preis für die Erzeugung von Strom aus fossilen Energieträgern ist gestiegen und wird zunehmend als unwirtschaftlich angesehen. So kosten Steinkohle und Braunkohle zwischen 15,1 bis 29,3 Cent pro Kilowattstunde, während die Erzeugungskosten für Onshore-Windkraftanlagen und Photovoltaik deutlich niedriger sind, zwischen 4,1 und 9,2 Cent pro Kilowattstunde. Dies verstärkt den Druck, auf klimafreundliche Alternativen umzusteigen.

Ein wesentliches Element beim Kohleausstieg sind die CO₂-Emissionszertifikate, die momentan zwischen 70 und 75 Euro pro Tonne liegen. Die damit verbundenen zusätzlichen Kosten von etwa 7 bis 7,5 Cent pro Kilowattstunde für Kohlestrom machen diese Energieformen noch unattraktiver. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fördern also verstärkt den Umstieg auf nachhaltige Energiequellen.

Insgesamt ist klar, dass der Kohleausstieg nicht nur eine nationale Herausforderung darstellt, sondern auch auf internationalem Parkett Relevanz gewinnt. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen, wie ihn die Delegation aus Freiberg in Australien initiiert, ist daher ein wichtiger Schritt in Richtung einer erfolgreichen Transformation der Energiewirtschaft und der betroffenen Regionen.

Das deutsche Engagement zeigt, dass mit dem richtigen Know-how und den notwendigen Investitionen der Wandel hin zu einer nachhaltigeren Energieerzeugung machbar ist. Fragen der Planung, Finanzierung und sozialen Gerechtigkeit müssen dabei Hand in Hand gehen, um langfristig tragfähige Lösungen zu finden.

Für weitere Informationen zu den Mamagement des Kohleausstiegs und aktuellen Entwicklungen in Deutschland lesen Sie die Berichte von tu-freiberg.de, bundeswirtschaftsministerium.de und enbw.com.