In der Welt der automatisierten Fahrzeuge tut sich einiges. Das Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Sicherheit und Effizienz in der Mobilität durch innovative Technologien zu verbessern. Ein zentrales Element ihrer Forschung ist die „Bistatische Radarreflektivitätsmessanlage BiRa“, die Teil der „Virtuellen Straße – Simulations- und Testanlage VISTA“ ist. Ziel dieser Maßnahme ist die präzise Messung von Reflektivitäten in der Fahrzeugumgebung, was ausschlaggebend für die Reaktionsfähigkeit autonomer Fahrzeuge ist.
Aktuelle Herausforderungen bestehen darin, komplex geformte Objekte im Millimeterabstand vollständig zu erfassen. Herkömmliche Verfahren sind dabei wenig zeitgemäß, da sie Wochen oder Monate für die Datenauswertung benötigen. Deshalb arbeitet eine neu gegründete Forschungsgruppe daran, schnellere Messverfahren zu entwickeln, die die Reflexion von Objekten präzise erfassen. Unter der Leitung von erfahrenen Professoren der TU Ilmenau wird die Entwicklung von 6G-Kommunikations- und Radarsystemen vorangetrieben, um sowohl den Komfort als auch die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich zu verbessern.
Die Rolle der Kommunikationstechnologien
Eine sichere Kommunikation ist nicht nur für automatisierte Fahrzeuge entscheidend. Mit der Einführung von 5G und 6G-Netzen steigt auch die Anzahl an Cyber-Bedrohungen in diesen hochkomplexen Netzwerken. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) können Bedrohungen sowohl das Radio Access Network (RAN) als auch das Kernnetz betreffen, was zu schweren Dienstunterbrechungen führen kann. Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, setzt das BSI auf dezentrale, KI-basierte Anomalieerkennungssysteme, die es Unternehmen ermöglichen, Bedrohungen in 5G-Netzen frühzeitig zu identifizieren und abzuwehren.
Das Projekt „RIOT – Resiliente IoT“ zielt zum Beispiel darauf ab, die Ausfallsicherheit von IoT-Diensten durch intelligente Kommunikationsstrategien zu erhöhen. Dies ist besonders wichtig für kritische Infrastrukturen, wo Ausfälle unmittelbare Folgen haben können.
Vernetzte Mobilität und intelligente Fahrzeugkommunikation
Aber nicht nur Sicherheitsmaßnahmen stehen im Vordergrund: Das Fraunhofer IIS widmet sich der Erforschung und Entwicklung von Technologien für eine vernetzte Mobilität. Ein zentraler Aspekt ist die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen untereinander sowie mit ihrer Umgebung. Ziel ist eine intelligente Verkehrssteuerung und letztlich autonomes Fahren, das nicht nur den Verkehrsfluss optimiert, sondern auch die Sicherheit erhöht und die Informationsversorgung verbessert.
Technologien wie intelligente Antennen und breitbandige Bordnetze bilden die Basis für diese Entwicklungen, die nicht nur der Automobilindustrie, sondern auch Infrastrukturbetreibern und Applikationsanbietern zugutekommen.
Zusammengefasst zeigt sich, dass der Bereich der automatisierten Mobilität vielversprechende Fortschritte macht. Vom Thüringer Innovationszentrum über das BSI bis hin zu den Instituten wie Fraunhofer IIS – alle haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Mobilität der Zukunft sicherer und effizienter zu gestalten. Der Fortschritt ist nicht nur ein Gewinn für die Industrie, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt.